Archiv für April 2010
Das ZDF behandelte jetzt in einer Spezialsendung das Thema “Euro in Gefahr? Griechenland fordert Finanzhilfen”.
Dabei wurde im Studio auch der langjährige Euro-Kritiker Prof. Wilhelm Hankel interviewt.
Hier ein Auszug der Aussagen von Hankel:
=> Im Grunde geschieht hier eine Ungeheuerlichkeit. Diese Zahlungen sind nach dem Vertrag illegal, die dürfen nicht sein. Die Bundesregierung leistet Zahlungen ohne parlamentarische Ermächtigung.
=> Herr Hankel will erneut vor das Bundesverfassungsgericht ziehen dagegen.
Anschließend wird u.a. auf die Angst vor Inflation eingegangen. Ulrich Kater von der DeKaBank meint, in den nächsten ein zwei Jahren gingen wahrscheinlich die Inflationsraten noch zurück, weil “die Wirtschaft zuwenig ausgelastet ist”. Erst 2013, 2014 ist die Frage, wie hoch die Inflation dann steigen wird, denn sie wird steigen.
Hier kann man sich die Sendung in der ZDF-Mediathek ansehen:
ZDF-Spezial: Euro in Gefahr? Griechenland fordert Finanzhilfen
Währungsreform:
Hartgeld.com: Baldige Währungsreform in Deutschland? (mit Update vom 22.04.2010 / Anm.: Über den genauen Zeitpunkt kann weiter spekuliert werden, die Indizien deuten daraufhin, dass es in wenigen Wochen soweit sein könnte. Eindeutig ist das alles natürlich nicht, sonst würden wohl jetzt schon alle Insider aus dem Euro fliehen. )
Griechenland:
Handelsblatt: Griechenland aktiviert „Rettungsmechanismus“
Dradio.de: Griechenland will offenbar noch heute formellen Hilfsantrag stellen
Deutschland:
Handelsblatt: Ifo-Index klettert auf Zwei-Jahres-Hoch (die Stimmungslage lt. Umfrage ist also wieder gut / folgt jetzt auch ein realer Aufschwung? )
Börsenaufsicht:
FTD: SEC-Untersuchung – Pornos statt Finanzaufsicht (die hatten also besseres zu tun, als Banken zu kontrollieren / oder sollten/mussten die sowieso wegschauen und hatten einfach Langeweile?)
Staatsschulden:
DiePresse.com: “Todesfalle Schulden”: Staaten droht Teufelskreislauf
Afghanistan-Krieg:
N-TV: Ausschuss auf dem HöhepunktBefragung Guttenbergs begonnen
Griechenland:
Handelsblatt: Defizit-Schock lässt griechische Anleihen kollabieren
Handelsblatt: Eurostat: Griechen-Defizit wesentlich höher als bekannt (auch aktuelle Zahlen werden bezweifelt, DAX dreht ins Minus)
Handelsblatt: Griechische Anleihen fallen ins Bodenlose
Handelsblatt: FDP legt Griechenland Austritt aus der Euro-Zone nahe (das sagt immerhin jemand aus einer Partei der Bundesregierung)
FTD: Kommentar: Goodbye Griechenland (GR sollte lt. Autor die Hilfen von EU und IWF schnellstmöglich annehmen)
Belgien – Regierungskrise:
Das Handelsblatt hat ein ausführliches Interview mit “Mr. Dax” Dirk Müller über die Entwicklung der Finanzkrise, ihr aktueller Stand und seine Forderungen nach Konsequenzen veröffentlicht.
Hier ist eine Liste der wichtigsten Statements aus dem Internet:
“Nein, es gibt sicherlich keine Entwarnung denn kaum ein Problem wurde gelöst – die meisten wurden lediglich verschoben.(…)”
“Zu den kritischsten Momenten in Deutschland zählten die Stunden, bevor die Kanzlerin die Garantie für das Ersparte der Bürger ausgesprochen hat. In diesem Moment stand alles für wenige Stunden vor dem Zusammenbruch - der Sturm auf die Banken hatte bei uns bereits begonnen.”
“Die amerikanischen Notenbank (ist der größte Gewinner in der Krise), die ihre Befugnisse erneut stark erweitern konnte.”
Außerdem fordert Müller die Abschaffung der FED, deren Gründung seiner Meinung nach 1913 einem Staatsstreich ähnelte. “Die Fed ist nach wie vor im wirtschaftlichen Besitz der großen amerikanischen Banken, die somit faktisch ihre eigenen Leitzinsen bestimmen und das Geld des Staates beherrschen.”
Auch eine mögliche Manipulation der Märkte durch die FED bestätigt Müller:”Die Existenz der Plunge Protection Teams (offizieller Name: Working Group on Financial Markets) ist kein Mythos, sondern ein nachweisbarer Fakt.”
Ebenfalls interessant:
“Den Einfluss von Goldman Sachs (auf die US-Regierung) kann man nicht überschätzen.”
Den IWF bezeichnet Müller als “verlängerten Arm der USA”, über den sie in die europäische Region hineinregieren können. Daher ist das Einbinden des IWF in die Rettungspläne für Griechenland seiner Meinung nach ein großer Fehler.
Nach Griechenland erwartet Müller große Probleme für Portugal, Spanien und anschließend Großbritannien.
Hier kann man sich das ganze Interview durchlesen:
Handelsblatt: Interview mit Dirk Müller: „Alles stand vor dem Zusammenbruch“
Griechenland:
Wirtschaftsfacts.de: Roubini: Griechische Schuldenkrise wird zu Flächenbrand
Betrugsklage gegen Goldman Sachs:
Handelsblatt: Abrechnung mit den Titanen der Wall Street
Manager Magazin: “I’m short your house” (Jetzt auch Vorwürfe gegen Deutsche Bank?)
Wirtschaftsquerschuss: “Goldman Sachs – ein riesiger Hedgefond!” (mit aufschlussreichen Details zum zuletzt von GS gemeldeten Rekordergebnis)
Volkswagen:
FTD: Gewinnsprung – Volkswagen sprintet aus der Krise
Handelsblatt: VW braust mit Vollgas aus der Krise
Flugverbot:
Goldman Sachs:
N-TV: “Moralischer Bankrott” – Goldman verdient Milliarde
FTD: Goldman – Dämon der Wall Street (Endlich härteres durchgreifen der US-Regierung? Fast zu schön, um wahr zu werden.)
Handelsblatt: Gewinn fast verdoppelt – Goldman Sachs hat es mal wieder allen gezeigt
Flugverbot wegen Vulkanausbruch:
SPIEGEL: Luftraumsperren gelockert – Ferienflieger holen Zehntausende Touristen zurück
WELT: Flugverbote treffen Autoindustrie mit voller Wucht
Deutschland:
SPIEGEL: FDP-Krise – Westerwelle geht aufs Ganze, will über 10% bei der Landtagswahl in NRW holen (warum nicht gleich das Comeback vom “Projekt 18″?)
Das ist wohl eine der Tücken der Globalisierung, Just-in-Time-Produktion und Outsourcing von Teilen der Produktion ins billigere Ausland:
Sobald die Logistik-Kette reisst, stehen die Bänder still.
So berichtet u.a. die Tagesschau, dass BMW die nächsten Tage seine Produktion aufgrund fehlender wichtiger Teile nach und nach anhalten muss:
Tagesschau: Flugverbote stoppen die Produktion bei BMW
Ob jetzt die Flugverbote aus Sicherheitsgründen nun notwendig waren oder nicht – man sieht an diesem Beispiel, wie abhängig viele Industriebetriebe davon sind, dass die Logistik zwischen den Werken funktioniert.
Von den ganzen Arbeitern in der Wirtschaft, die jetzt nicht rechtzeitig an ihren Arbeitsplatz zurückkehren konnten, wollen wir jetzt gar nicht reden. Je knapper da die Personaldecke ist, desto schneller kann das auch zu Beeinträchtigungen in der Produktion führen. Aber die gleiche Situation hätte man ja auch, wenn mal ein “Schweinevögelgrippevirus” grassieren würde, oder?
Lt. eines Berichts der „Emder Zeitung“ hat der ehemaligen Grünen-Politiker Oswald Metzger (jetzt bei der CDU) während eines Vortrags vor den Mitgliedern eines lokalen Arbeitgeberverbands öffentlich auf die Gefahr einer drohenden Währungsreform hingewiesen.
Kernthema des Referats soll gewesen sein:
„Die wirtschaftliche Lage ist schlimmer als es manche glauben wollen und viel schlimmer als es sich die Politik traut, den Bürgern zu sagen.“
Metzger wettert in seinem Vortrag gegen falsche und unrealistische Versprechungen seitens der Politik, man müsse stattdessen „Zumutungen zumuten“, auch wenn dann die eigene Abwahl droht.
Den Volksentscheid sieht er als eine Möglichkeit, den Parteienfilz aufzuweichen.
Schließlich kommt Metzger darauf zu sprechen, dass eine Inflation und Währungsreform droht.
„Dieses Szenario wird in den USA längst diskutiert. Hier nicht”, sagt Metzger. Er will der „Katastrophe” aber ausdrücklich ins Auge sehen: „Damit würde eine Massenenteignung liquider Sparformen drohen.” Alles, was die Menschen angespart haben, werde dann enteignet, um damit den Staatshaushalt zu retten.
Metzger fordert als Antwort darauf eine „Blut-Schweiß- und Tränenpolitik“, um die drohenden Probleme anzugehen und sich nicht mehr an ihnen „vorbeizumogeln“.
Zur Zeit hat Metzger kein Parlamentsmandat, insofern könnte es ihm etwas leichter fallen, offen auf die aktuellen Missstände hinzuweisen. Außerdem kann man sich natürlich auch darüber persönlich profilieren. Sein Vortrag bekam am Schluss lt. des Zeitungsartikels jedenfalls großen Beifall.
Trotzdem ist es bemerkenswert, aktuell solche deutlichen Worte aus dem Mund eines Berufspolitikers zu hören.
Quelle:
[1]: Emder Zeitung: Plädoyer wider die Volksverdummung
Währungsreform:
Hartgeld.com: Walter Eichelburg – Baldige Währungsreform in Deutschland? (PDF, Die Anzeichen dafür verdichten sich)
Griechenland:
Handelsblatt: Neuer Kursabsturz – Misstrauen gegenüber Griechenland erreicht neue Höchstwerte
Flugverbot:
SPIEGEL: Diskussion um Flugverbot (Forscher widersprechen Vorwürfen, es würde nicht ausreichend gemessen werden / Uneinigkeit über die Bewertung der Gefahr für Flugzeuge / Schäden an finnischen Kampfjets?)
Handelsblatt: EU-Hilfevorstoß sorgt für Streit in Berlin
SPIEGEL: EU erleichtert Hilfen für notleidende Airlines
SPIEGEL: Luftfahrtverband wütet gegen Europas Regierungen
WELT: Aschewolke treibt erste Airlines in die Pleite
Infokriegernews: Bald Sperrung des Internationalen Luftraums?
Landtagswahl in NRW:
SPIEGEL: Lafontaine bietet SPD rot-rotes Bündnis an (bisher schließt das aber SPD-Spitzenkandidatin Kraft aus)
Goldman Sachs:
FAZ: Skandal an der Wall Street
Kurzarbeit:
Handelsblatt: Entlastung bis März 2012: Kompromiss bei Kurzarbeitergeld
Flugverbot wegen Vulkanasche:
SPIEGEL: Wirrwarr um Flughafen-Schließungen: Auf, zu, auf, zu (Erneut Flugverbot auf deutschen Flughäfen)
SPIEGEL: Drehkreuz Frankfurt ist wieder offen – vorläufig (Luftraum über ein Teil der Flughäfen in Deutschland vorläufig wieder freigegeben: Frankfurt, Berlin, Erfurt, Leipzig und Hannover / Hamburg noch nicht)
WELT: Flugsicherung öffnet auch Frankfurter Airport
WELT: Lufthansa greift Behörden wegen Flugverbot an
FTD: Wetterdienst weist Kritik am Flugverbot zurück
N-TV: Tief “Queen” bringt neue Asche (bereits Dienstag neue Aschewolke über Europa möglich)
Tagesschau: Luftaufnahmen vom Vulkan Eyjafjallajökull
Euro / D-Mark:
Welt: Bekommen wir unsere D-Mark zurück? (mit Umfrage: “Möchten Sie statt mit dem Euro lieber wieder mit D-Mark bezahlen?”, Zwischenstand: JA=71%, NEIN=29%, 14295 Stimmen)
Griechenland:
N-Tv: Asche-Wolke gefährdet EU-Treffen / Griechisches Defizit noch höher
