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Gestern lief die vorerst letzte Folge von “Neues aus der Anstalt” mit Urban Priol und Georg Schramm. Vor ein paar Tagen hatte Schramm angekündigt, sich anschließend erstmal aus dem Fernsehen zurückzuziehen und sich voll auf sein Soloprogramm zu konzentrieren.
Wer die Sendung verpasst hat, kann sie sich in der ZDF-Mediathek online anschauen:
ZDF-Mediathek: Neues aus der Anstalt, Folge 36
Gäste waren in der Folge 36: Monika Gruber, Erwin Pelzig und Jochen Malmsheimer.
In der Sendung brachte sich Schramm (leider nur im Scherz) als künftigen Bundespräsident ins Gespräch. Leider wird ihn eh niemand nominieren. Unter Freunden des Kabaretts hätte er sicher sofort eine absolute Mehrheit bekommen.
Einer der letzten guten TV-Kabarettisten erklärt seinen Abgang: Georg Schramm will nach der nächsten Sendung im Juni die ZDF-Satireshow “Neues aus der Anstalt” verlassen und sich voll auf sein kommendes Soloprogramm konzentrieren. [1]
Schramm hat in seiner „Amtszeit“ als einer der wenigen im öffentlich rechtlichen Fernsehen noch Klartext gesprochen und den Politikern deutlich die Leviten gelesen. In seinen verschiedenen Paraderollen wie z.B. als Oberstleutnant Sanftleben brachte er dem Publikum die geopolitische und wirtschaftliche Lage verständlich und erstaunlich offen nahe.
Ob noch weitere Hintergründe vorhanden sind, weswegen Schramm die Satiresendung verlässt oder verlassen muss, kann nur spekuliert werden. So überlegt man z.B. im DasGelbeForum, „ob der Schramm von “Neues aus der Anstalt” seinen Job nicht doch loswurde, weil er das mit den Lampenmasten neulich so akzentuiert gebracht hat.“ [2] [3]
Die meisten finden es aber einfach nur schade, dass das erfolgreiche Duo Priol-Schramm gesprengt wird. So schreibt ein User im SPIEGEL-Forum dazu:“Das ist wirklich schade, hatte es Georg Schramm doch drauf, wenn auch überspitzt die unfassbare Wahrheit (über Korruption und Lobby) für das Publikum verständlich zu machen und dieses dabei trotzdem zum erheiterten Lachen zu bringen.“ [4]
Wer Georg Schramm mal live sehen möchte, der hat ab dem Herbst Gelegenheit dazu. Dann startet sein neues Programm „MEISTER YODAS ENDE – Über die Zweckentfremdung der Demenz“, welches am 01.09.10 in Freiburg Premiere feiert. Weitere Termine kann man hier anschauen: http://www.georg-schramm.de/
Quellen:
[1]: SPIEGEL: Georg Schramm verlässt ZDF-Satiresendung
[2]: DasGelbeForum zu Georg Schramms Abgang
[3]: ZDF: Neues aus der Anstalt, Folge 35
[4]: SPIEGEL: Forums-Diskussion zu Georg Schramms Abgang
Gestern gab es in der Sendung “Markus Lanz” (ZDF) eine interessante Diskussionsrunde mit den Gästen Dirk Müller (Mr. Dax, Cashkurs.com), Hans Eichel (ehemaliger Bundesfinanzminister) und Olaf Henkel (ehemaliger Präsident des BDI). Thema der Sendung war u.a. “Griechenland in der Krise – der Euro in Gefahr?”.
Hier kann man sich die Sendung nochmal online ansehen:
ZDF-Mediathek: Die Griechenlandpleite-Panik
Während der Sendung wurden einige interessante Aussagen gemacht.
Olaf Henkel hält eine Umschuldung für die bessere Alternative. Notwendig wäre dafür aber auch ein Austritt Griechenlands aus dem Euro, da sonst so drastische soziale Kürzungen notwendig würden, dass das griechische Volk alles aus Protest blockieren dürfte.
Noch spektakulärer war Henkels Vorschlag, dass als “3. Weg” noch der Ausstieg Deutschlands aus dem Euro und die Wiedereinführung der DM bleibt, den man mindestens mal androhen könnte, wenn Griechenland nicht freiwillig aus dem Euro austritt.
Hans Eichel hielt davon aber nichts, ein Ausstieg Griechenlands oder Deutschlands kommt für ihn nicht in Frage.
Dirk Müller hat auf seiner Homepage auch einen Kommentar geschrieben über die Sendung:
Cashkurs.com: Dirk Müller bei Markus Lanz: “Die Griechenland-Pleite-Panik”
Besonders interessant: Müller weist daraufhin, dass aus “Zeitgründen” leider ein Teil der Diskussion gar nicht ausgestrahlt wurde, in der Hans Eichel und er gemeinsam die Rückkehr zum Vollgeldsystem gefordert hatten. Beide hatten anscheinend gefordert, die Geldschöpfung von den Banken auf den Staat (bzw. dessen Zentralbank) zurückzuführen.
In diesem Artikel stellt die FAZ den “Brandbekämpfer” Jörg Asmussen vor:
FAZ: Porträt: Jörg Asmussen – Der Brandbekämpfer
Zum Glück wird diese doch arg beschönigende Darstellung seiner Person von vielen Lesern durchschaut, wie man an den Kommentaren unter dem Artikel ablesen kann, hier ein Auszug:
So funktioniert Kleptokratie [10]
Hans Meier (HansMeier555)Mit der Kleptokratie ist es genau wie mit der Demokratie: Ohne freie Qualitätspresse kann sie nicht funktionieren.
—
Brandbekämpfer? Hahaha – lange nicht mehr so gelacht! [11]
Heinrich-Friedrich Karl (Heinrich_Friedrich_Karl)Das ist ja eine völlige Verdrehung der Wirklichkeit. Seit wann nennt man jemanden einen Brandbekämpfer, der, anstatt das Feuer wirklich auszutreten, dem Feuer immer wieder neue Nahrung gibt (in Form staatlichen Garantien für sich verspekulierende Banken und Kreditzusagen für bankrotte Staaten)? — Die Chance, sich als Brandbekämpfer zu präsentieren, hat Herr Asmussen längst verpasst. Wäre er hart geblieben, als es um die “Rettung” der HRE ging, hätte er sich den Titel zu Recht verdient. Aber statt dessen machte die HRE, nachdem sie die Staatsgarantie sich hatte, munter weiter und verspekulierte sich erneut mit griechischen Staatspapieren, wofür jetzt wiederum der deutsche Steuerzahler aufkommen muss.— Die Bezeichnungen Löschmaßnahmenverhinderer oder Brandbeschleuniger würden besser zu Herrn Asmussen passen!
—
Vorschlag zu einer alternativen Überschrift dieses Artikels: [55]
T. Durden (Allespeanuts)Der Brandbeschleuniger !
—
usw.
Man merkt, so langsam wachen die Leute auf. Und immer weniger lassen sich von den Massenmedien manipulieren.
UWie einigen Lesern sicher schon aufgefallen ist, sind Mmnews.de und andere Seiten aktuell down, also nicht mehr erreichbar. Über die Ursache dafür wird nun spekuliert, auf dieser Seite findet man eine Stellungnahme (wohl ein Zitat) von mmnews selbst:
http://freezonechef.servertalk.in/freezonechef-ftopic16559.html
Sehr geehrte Damen und Herren,
seit gestern Nachmittag gab es Probleme, MMnews zu erreichen. Seit heute Mittag geht leider gar nichts mehr.
Wir kennen die Hintergründe nicht, die zur Abschaltung geführt haben. Allerdings muss es sich um eine interantional koordinierte Aktion gehandelt haben – da MMnews nicht in Deutschland sondern in Asien “steht”.
MMnews wird über Hongkong geroutet. Die Namensserver dort sind auch nicht mehr ansprechbar.
Alle Kontakte zum Provider sind abgebrochen. Es gibt keine Infos. Alles ist ziemlich rätselhaft. Antworten auf Fragen bleiben aus.
Betroffen ist nicht nur MMnews sonder auch zahlreiche andere Seiten der alternativen Blogszene.
Da wir keinen Kontakt mehr zum Provider herstellen können, gehen wir davon aus, das etwas Schlimmes passiert ist. Was, das können wir Ihnen jetzt noch nicht sagen.
Wir hoffen diese Nacht noch auf ein Wunder. Ansonsten werden wir an anderer Stelle weiter machen. Die Vorbereitungen dafür laufen schon an.
Michael Mross
Mal sehen, was sich hier als Ursache herausstellen wird. Evtl. müssen die Admins von mmnews einfach einen neuen Standort für ihren Server suchen. Hoffentlich ist ein aktuelles Backup vorhanden.
UPDATE:
Wie man hier nachlesen kann, ist u.a. auch der Blog Wahrheiten.org betroffen. Wie dort steht, lagen die betroffenen Seiten wohl alle bei MediaOn, die ebenfalls offline sind.
Hoffen wir mal, dass es nur technische Probleme sind, die bald behoben werden können.
UPDATE 2.0:
Mittlerweile ist mmnews.de wieder verfügbar. Anscheinend wurde der DNS Server von MMnews, der in Hongkong liegt, deaktiviert:
http://www.mmnews.de/index.php/201003305249/MM-News/Kabel-Deutschland-blockiert-MMnews.html
Die Investoren an der Wall Street lassen sich ja heutzutage leicht verunsichern. Gerade wurde der Nachfolger des Hollywoodblockbusters “Wall Street” von April auf Ende September verschoben. Und nun soll in Onlineforen heiss diskutiert werden, dass hinter dieser Verschiebung mehr stecken könnte. Der erste “Wall Street”-Film war schon kurz nach dem Kurssturz an der Wall Street von 23 Prozent im September 1987 gestartet. Ist das ganze nun ein Omen für einen erneuten Börsenkollaps?
Aber warum hat Oliver Stone überhaupt einen 2. Teil gedreht von “Wall Street”?
Nun, es sei wichtig, so die Antwort. Es gehe um nichts Geringeres als den Kollaps des Kapitalismus, den Kollaps unserer Gesellschaft. Das sei ein starker Stoff.
Bleibt nur zu hoffen, dass in diesem Fall der Film bzw. Oliver Stone eher ein Kontraindikator zur Börsen- und Wirtschaftsentwicklung ist.
Quelle:
FTD: Die Gier war nie weg
An dieser Stelle sei auf das sehr interessante Informationsportal über Deutschland und die Globalisierung verwiesen:
Dort findet man u.a. viele interessante Statistiken, Grafiken und Gedanken zur aktuellen Wirtschaftsentwicklung in Deutschland und auf der ganzen Welt. Spezielles Augenmerk wird auf die Globalisierung und ihre Folgen gelegt.
Der aktuell auf der Homepage veröffentlichte “Rundbrief” (den man auch per E-Mail abonnieren kann), enthält u.a. Artikel zu folgenden Themen:
(1947) Abwrackprämie: Vom Fluch der bösen Tat: Zulassungen minus 30 %
(1946) Auf jeden versicherungspflichtig Beschäftigten in Deutschland entfallen jetzt 61.353,48 Euro Staatsschulden
(1945) Deutschland Negativ-Meister in Bruttolohnentwicklung
(1944) Die Superreichen haben die Krise unbeschädigt überstanden
(1943) Es gibt jedenfalls einen großen Krisengewinnler: China
(1941) Deutscher Export kommt nicht aus dem Krisenkeller
uvm.
Den ganzen Rundbrief findet man hier: http://www.jjahnke.net/rundbr68.html
Lt. einer aktuellen Studie im Auftrag der gewerkschaftsnahen Otto-Brenner-Stiftung haben die deutschen Medien unzureichend über die Finanzmarktkrise berichtet. Dabei wird u.a. der ARD, dpa und verschiedenen Tageszeitungen “eklatantes journalistisches Versagen” beim Umgang mit diesem kritischen Thema vorgeworfen.
Hier ist ein Interview mit Wolfgang Storz, ehemaliger Chefredakteur der Frankfurter Rundschau und einer der Autoren der Studie:
Meedia: Krise: So versagten die Wirtschaftsmedien
Da ist wohl was wahres dran. Die Frage ist, was müssen die Medien daraus für Konsequenzen ziehen, was muss anders werden? Und was bedeutet das für die Leser und Zuschauer? Ist man heutzutage bei den “klassischen Medien” allein noch gut aufgehoben und wirklich objektiv und ausführlich genug informiert?
Zum Glück gibt es mittlerweile eine ganze Reihe von Alternativen, v.a. im Internet, die man zumindest zusätzlich verfolgen kann, um darüber ein umfassenderes Bild der aktuellen Lage zu bekommen.
In diesem interessanten Artikel der Serie “Wozu noch Journalismus?” setzt sich der Autor Hajo Schumacher bemerkenswert kritisch mit dem heutigen Journalismus auseinander.
Oft findet man ja eher Beiträge mit einer großen Portion “Eigenlob”, wie kritisch und investigativ die klassischen Medien doch noch sind.
Nicht so Schumacher, der anhand von 12 Punkten zeigt, wo die heutigen Probleme aber auch Chancen des Journalismus liegen.
1. Distanz-Lüge
2. Unabhängigkeits-Verklärung
3. Krawall als Selbstzweck
4. Wandel-Stress
5. Verschleierte Nähe
6. Rollenkonflikte
7. Verborgene Absichten
8. Geheuchelter PR-Ekel
9. Mythos vom Öffentlichkeits-Monopol
10. Erschöpfte Prüfer
11. Gemeinsame Ziele?
12. Mut zur Transparenz
Mehr unter:
Sueddeutsche Zeitung: Serie: Wozu noch Journalismus? Chancen trotz Krise
Diese Sendung könnte interessant werden:
Christoph Minhoff diskutiert u. a. mit Frank Lehmann (Börsenexperte) zum Thema:
“Krisenherd Eurozone – erst Griechenland, dann Spanien, bald Deutschland?”
Sendetermin: 01.03.2010, 22:15 – 23:00 Uhr
Sender: Phoenix
Webseite zur Sendung: hier
Zu Frank Lehmann:
http://de.wikipedia.org/wiki/Frank_Lehmann
Die meisten dürften Frank Lehmann schon in einer Talkrunde oder als Börsenexperte im TV gesehen haben.
