Archiv für die Kategorie „Ursachen“

Auch Hans-Werner Sinn hat auf die Frage “Ist der Euro noch zu retten?” keine konkrete Antwort. Aber trotzdem ist dieser Vortrag vom 19.12.2011 sehenswert.

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Das ist das Ergebnis eines internen Untersuchungsberichts des internationalen Währungsfonds. Als Ursache dafür wird die Unfähigkeit genannt, Zusammenhänge zu erkennen.

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In einem Interview mit dem Deutschlandradio äußert sich der Wirtschaftswissenschaftler Franz Hörmann (Wirtschaftshochschule Wien) sehr pessimistisch für das kommende Jahr 2011. Nach seiner Einschätzung werden auch bald größere Länder ihre Schuldzinsen nicht mehr ganz bezahlen können. Ihnen droht der Staatsbankrott.

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In diesem Beitrag der ARD-Sendung “Plusminus” wird erstaunlich offen darüber berichtet, wieso das ungedeckte Geldsystem die eigentliche Ursache für die Finanzkrise ist:

ARD: Ungedecktes Geldsystem ist die Ursache der Finanzkrise (Video)

Zuerst wird zurückgegangen bis in die deutsche Kaiserzeit, als es noch ein goldgedecktes Währungssystem gab. Dann kam es nach dessen Aufgabe zur ersten Hyperinflation. Und heute stehen wir wieder an einem ähnlichen Punkt in der Geschichte.

Wie aus diesem ungedeckten Geldsystem immer neue und größere Spekulationsblasen entstehen, wird im weiteren erläutert. Am Ende wird sogar von einer erforderlichen Abwertung des Kapitals um 2/3 gesprochen, damit die realwirtschaftliche und die kapitalwirtschaftliche Entwicklung wieder ausgeglichen ist.  Im Grunde müsse ein Währungsschnitt her, aber nicht nur in Deutschland, sondern weltweit.

In einem überraschend offenen Hintergrundartikel der FTD werden zunächst die Fehler in unserem aktuellen Geldsystem vorgestellt und anschließend auf Vorschläge für Alternativen dazu eingegangen. [1]

Dass unser Währungssystem auf der Kippe steht, ist grundsätzlich wohl nichts neues mehr. Aber seitdem immer mehr Ökonomen und Politiker auf die Fehler im Währungssystem hinweisen, kommen auch solche Artikel in die “Massenmedien” wie die Financal Times Deutschland.

U.a. werden hierzu Aussagen von Thorsten Polleit (Chefökonom bei Barclays Capital), Marc Faber (“Dr. Doom”), der Republikaner Ron Paul, Bill Gross (Manager des weltgrößten Rentenfonds Pimco Total Return) und Frank Schäffler von der FDP zitiert.
Aber auch “Hobbyökonomen, Goldhändler, Verrückten und Verschwörungstheoretiker” werden von der FTD erwähnt, namentlich Walter Eichelburg, der “immer wieder über zuverlässige Informationen zu verfügen glaubt, dass die Bundesregierung bereits heimlich eine neue D-Mark drucken lasse.”.

Lustigerweise bestätigt die FTD mit diesem Artikel, dass die “Verrückten” gar nicht so verrückt sind und immerhin teilweise inzwischen von Ökonomen und Politikern in ihren Ansichten bestätigt werden.

Als Alternativen werden dann schließlich zwei Varianten erwähnt, die unser heutiges Währungssystem ersetzen könnten: 1) die Wiedereinführung des Goldstandards oder 2) die Einführung eines “freien Marktgeldes”. Bei 2) würde “Angebot und Nachfrage (…) die Geldmenge regulieren”.

Beides dürfte aber bis zum Kollaps des Weltwährungssystems eher geringe Chancen haben, von der Politik umgesetzt zu werden. Bevor sich etwas so tiefgreifend ändern kann, muss erst der “Tag des Jüngsten Gerichts” kommen, an dem die Scheingeldwelt zusammenbricht.

Und was danach kommt, werden wir erst dann sehen. Natürlich kann man sich für danach eine Zukunft mit einem neuen besseren Währungssystem ausmalen. Die Frage wird nur sein, ob die Profiteure des heutigen (Währungs-/Wirtschafts-)Systems einen radikalen Systemwechsel zulassen werden?

Quelle:
FTD: Agenda – Die Geldrevolutionäre

Auf der Homepage von N-TV kann man gerade ein interessantes Interview mit dem Wirtschaftssoziologen Joseph Huber (Martin-Luther-Universität Halle) lesen, in dem er sich für eine Reform der Geldschöpfung einsetzt. [1]

Zunächst erläutert er das bisherige System der Geldschöpfung, wie Geld “aus dem Nichts” entsteht und was dies mit der aktuellen Schuldenkrise zu tun hat.

Das bisherige System ermöglicht erst eine relativ unkontrollierte Bildung von Spekulationsblasen, inkl. nachfolgender Zusammenbrüche. Konjunktur- und Börsenzyklen werden eher verstärkt als ausgeglichen, was zu weiteren Finanzkrisen führt.

Als Abhilfe empfiehlt Huber eine Reform der Geldschöpfung. Dafür hat er ein Konzept entwickelt, das die Umwandlung von Giralgeld in Vollgeld vorsieht, um die Geldschöpfung durch Banken zu unterbinden.

Der Vorteil für den jeweiligen Staat wäre nach Hubers Plänen, dass man mit den Geldschöpfungsgewinnen nach und nach die Haushalte sanieren und die Staatsquote und damit verbunden die Steuern nach und nach wieder senken könnte.

Ob sich diese Pläne auch verwirklichen lassen, bleibt offen – würde dabei doch die potentielle Rendite bei den Banken massiv abgesenkt. Die Frage ist, kann man sowas gegen den Willen des kompletten Bankensektors durchsetzen? Wird man sich dort freiwillig diese “Gelddruckmaschine” wieder nehmen lassen? Selbst wenn man sich in einer Regierung wirklich auf so einen massiven Schritt einigen könnte, wäre auf jeden Fall mit einem massiven Widerstand seitens der Finanzindustrie zu rechnen.

An dieser Stelle sei auch das Interview von Nicolas Hofer mit Joseph Huber “Monetative – Geldschöpfung in öffentliche Hand!” auf Youtube empfohlen. [2]

Quellen:
[1]: N-TV: Vollgeld statt Giralgeld – Das Ende der monetären Fata Morgana
[2]: Youtube: Monetative Teil 1/5 – Geldschöpfung in öffentliche Hand! Prof. Dr. Joseph Huber (+ Teil 2, 3, 4, 5)

Von Dr. Berninger gibt es wieder ein neues Video zu den aktuellen Entwicklungen:
Youtube: jberni2: WÄHRUNGSREFORM in Europa am 10.05.2010

“Währungsreform” ist hier allerdings eher ironisch gemeint. Für Dr. Berninger wurde heute der bisherige Euro gegen die griechische Drachme getauscht, unter dem Deckmantel des Euros. Durch die neuen geänderten Rahmenbedingungen ist der Euro also nicht mehr mit dem bisherigen Euro zu vergleichen.

Im Sender “Deutsches Anleger Fernsehen” gab es jetzt mal wieder ein Interview mit dem Euro-Kritiker Prof. Dr. Hankel zu sehen.

Hankel fordert u.a. ein “globales monetäres Völkerrecht”.

Von der Tobin-Steuer hält er dagegen wenig, das würde nur der Endkunde bezahlen müssen – vergleichbar mit der Umsatzsteuer.

Hier ist der Link zur Sendung:
DAF: Jünemanns Börse Spezial: “Griechenland muss raus aus dem Euro”

Dr. Jörn Berninger hat die letzten Tage wieder zwei interessante Videos veröffentlicht:

1) Dr. Berninger: Tschüss 145 Mrd. Euro (vom 29.04.2010)

Wieder einmal geben europäische Politiker das Geld Ihres Volkes aus, ohne dieses überhaupt zu befragen.

2) Dr. Berninger: Rumors on currency reform and the upcoming crash (vom 03.05.2010)

There are more and more rumors on an upcoming currency reform in Europe. Even though it would require politicians with guts, there might be some soft evidence for a reform and haircut.
Greece is still not out of the woods and more risks are lining up on the horizon. A worldwide crisis might still come.

Wer nicht so gut englisch kann, der findet hier die Kernaussagen nochmal auf deutsch:

DasGelbeForum: Neuer Berninger über Währungsreform und Frage zu Umstellung der Banken-EDV im Mai

Und hier ist die Homepage von Dr. Berninger:
http://www.berninger.de

In der aktuellen Diskussion wird immer wieder die Frage gestellt, wie es nur zur Finanzkrise kommen konnte. Es wird sich beklagt über die Gier der Manager, die Gier der Anleger und Hedgefonds. Aber das allein ist nicht alles, denn die Gier nach möglichst hohen Renditen gab es eigentlich schon immer. Oder hätte man sich früher schon mit weniger als möglich freiwillig zufrieden gegeben?

Im Zusammenhang mit den aktuellen Ermittlungen gegen Goldman Sachs und anderen Investment Banken kommt jetzt immer mehr ans Tageslicht. Wie Diepresse.com berichtet, gibt es bei den Ermittlungen ein erstes Zwischenfazit [1]:

Die Rating-Agenturen frisierten Bewertungen für Großkunden, und Goldman Sachs verdiente anfangs bestens am Immobilienkollaps.

U.a. wurden E-Mails gefunden, welche die Interessenskonflikte zwischen den größten Ratingagenturen und den Investment Banken offenbaren. Auf den 500 Seiten, die jetzt der Untersuchungsausschuss des US-Kongresses veröffentlicht hat, wird der Druck deutlich, unter dem schon ab 2005 die Ratingagenturen durch den starken Konkurrenzkampf standen. Allem Anschein nach nutzten das ihre Kunden, die Banken, schamlos aus und erpressten möglichst gute Ratings für ihre Finanzprodukte.

Was ein hoher Moody’s-Manager 2007 an seine Vorgesetzten schrieb, ist entlarvend: “Unsere Fehler legen nahe, dass wir entweder bei der Kreditanalyse unfähig sind oder unsere Seele dem Teufel verkauft haben, um mehr Umsatz zu machen – oder beides.”

Auch in den E-Mails von Goldman Sachs wurden die Ermittler fündig. Es konnten eindeutige Hinweise dafür gefunden werden, dass man selbst gegen(!) eigene hypothekenbesicherte Wertpapiere erfolgreich spekuliert und damit “richtig Geld” gemacht hat. So konnte man mit Leerverkäufen mehr Geld verdienen, als man durch die Hypotheken-Krise verloren hat.

Und in einer Mail des Finanzvorstands David Viniar vom Dezember 2006 heisst es: “Lasst uns die Dinge aggressiv verteilen, also das Risiko verringern, denn der Markt wird noch stärker in Not geraten – und von den Möglichkeiten, die sich daraus ergeben, wollen wir profitieren.”

Man kann gespannt sein, welche oder ob überhaupt juristische Konsequenzen aus diesen Vorgängen den Verantwortlichen drohen werden.

Quellen:
[1]: DiePresse.com: E-Mails enthüllen Wahrheiten über die Bankenkrise

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