Archiv für die Kategorie „Ursachen“
Das Handelsblatt hat ein ausführliches Interview mit “Mr. Dax” Dirk Müller über die Entwicklung der Finanzkrise, ihr aktueller Stand und seine Forderungen nach Konsequenzen veröffentlicht.
Hier ist eine Liste der wichtigsten Statements aus dem Internet:
“Nein, es gibt sicherlich keine Entwarnung denn kaum ein Problem wurde gelöst – die meisten wurden lediglich verschoben.(…)”
“Zu den kritischsten Momenten in Deutschland zählten die Stunden, bevor die Kanzlerin die Garantie für das Ersparte der Bürger ausgesprochen hat. In diesem Moment stand alles für wenige Stunden vor dem Zusammenbruch - der Sturm auf die Banken hatte bei uns bereits begonnen.”
“Die amerikanischen Notenbank (ist der größte Gewinner in der Krise), die ihre Befugnisse erneut stark erweitern konnte.”
Außerdem fordert Müller die Abschaffung der FED, deren Gründung seiner Meinung nach 1913 einem Staatsstreich ähnelte. “Die Fed ist nach wie vor im wirtschaftlichen Besitz der großen amerikanischen Banken, die somit faktisch ihre eigenen Leitzinsen bestimmen und das Geld des Staates beherrschen.”
Auch eine mögliche Manipulation der Märkte durch die FED bestätigt Müller:”Die Existenz der Plunge Protection Teams (offizieller Name: Working Group on Financial Markets) ist kein Mythos, sondern ein nachweisbarer Fakt.”
Ebenfalls interessant:
“Den Einfluss von Goldman Sachs (auf die US-Regierung) kann man nicht überschätzen.”
Den IWF bezeichnet Müller als “verlängerten Arm der USA”, über den sie in die europäische Region hineinregieren können. Daher ist das Einbinden des IWF in die Rettungspläne für Griechenland seiner Meinung nach ein großer Fehler.
Nach Griechenland erwartet Müller große Probleme für Portugal, Spanien und anschließend Großbritannien.
Hier kann man sich das ganze Interview durchlesen:
Handelsblatt: Interview mit Dirk Müller: „Alles stand vor dem Zusammenbruch“
Hier ist wieder mal ein interessantes Interview von Michael Grandt mit dem Euro-Kritiker Prof Dr. Wilhelm Hankel:
“Der am besten organisierte Finanzschwindel aller Zeiten!”
In dieser Sendung von 3sat-Börse widmet man sich dem Thema “Die neue Weltordnung – Wirtschaft in der Sackgasse oder Wendehammer?”:
Teil 1 von 3,
Teil 2 von 3,
Teil 3 von 3.
Unter anderem wird hier auch Prof. Max Otte zum Thema befragt.
Außerdem wird auf den neuen großen Gegenspieler der USA eingegangen: China. Deren wirtschaftliche Aufholjagd geht nämlich unvermindert weiter.
Im Süden Chinas soll es schon ein massives Überangebot an Immobilien geben. Das klingt doch sehr nach einer weiteren Spekulationsblase. Was wohl passieren wird, wenn auch diese platzt?
In diesem Video berichtet Dr. Jörn Berninger über die einsetzende Kapitalflucht aus Griechenland:
Youtube: Griechenland Problem führt zu Kapitalflucht
Aus der Inhaltsangabe:
“Mit der wachsenden Unsicherheit über das Schicksal Griechenlands haben die Politiker das Ende des Euros besiegelt. Jetzt ist es bereits für eine annehmbare Lösung zu spät!
Griechenland wird nach Expertenmeinung irgendwann defaulten und den Staatsbankrott mehrerer Eurostaaten auslösen.”
Und hier ist noch ein weiteres Video von Dr. Berninger vom 15. März:
Youtube: Die Grenze, Öl und Krise
In diesem Artikel werden die Ursachen der Weltwirtschaftskrise nochmals herausgearbeitet:
ef: Was Sie über die Ursache der Weltwirtschaftskrise wissen sollten: Die Inflationspolitik vor dem großen Finale
Die durch nichts gedeckten inflationären Kredite erzeugen Papiergeldillusionen und schaffen monströse Konjunkturzyklen, die in Weltwirtschaftskrisen münden.
Das Schöpfen von Geld aus dem Nichts, das begünstigt erst die ganzen “virtuellen Blasen” an den Finanzmärkten, die früher oder später platzen müssen.
Anfangs bildete noch der Goldstandard “eine natürliche Hürde für Staatsausgaben und Inflation”. Für die Finanzierung des 1. Weltkriegs wurde dieser aber aufgegeben, Folge war dann die Hyperinflation in Deutschland von 1923. Immerhin noch bis zum 15.8.1971 wurde der US-Dollar mit einer abgeschwächten Form des Goldstandards gestützt: dem Golddevisenstandard. Wegen steigender Sozialausgaben und der Finanzierungskosten des Vietnamkriegs entschloss man sich, den Golddevisenstandard aufzugeben. Damit war der Weg frei für eine massive Ausweitung der Geldmenge.
Lt. dem Autor besteht “latente Gefahr eines systemgefährdenden Bankenruns“.
Bereits die Zahlungsunfähigkeit eines relevanten Schuldners kann eine Kettenreaktion auslösen – die Kreditpyramide stürzt zusammen wie bei jedem anderen gesetzlich verbotenen Schneeballsystem auch. Genau dieses Phänomen erleben wir derzeit; angesichts einer von der EZB vorgegebenen Mindestreservepflicht von lediglich 2 Prozent ist das nicht erstaunlich. Das bedeutet, Geschäftsbanken müssen für Sichteinlagen in Höhe von 100 Euro nur 2 Euro in Form von Zentralbankgeld halten. Den „Rest“ – 98 Euro – können sie für neue Geschäfte verwenden.
Wer bekommt da nicht Lust, eine Bank zu gründen? Oder doch lieber gleich sein Geld vom eigenen Konto abzuheben?
Man erinnere sich an dieser Stelle: zu Beginn der Finanzkrise gab es schon mal die Gefahr eines Bankenruns. Immerhin soweit fortgeschritten war die Gefahr, dass die Bundesregierung – in Person von Angela Merkel – sich bis zu einem gewissen Freibetrag für die privaten Ersparnisse mit Steuergelder öffentlich verbürgt hat. Mit diesem psychologischen Trick war es dann gelungen, die Leute vom Abheben ihrer Vermögen abzuhalten.
Die Bürgschaft funktioniert dabei aber nur, wenn es zu KEINEM Bankrun kommt. Denn wie oben beschrieben würde sowas eine Kettenreaktion auslösen und das ganze System zerstören können. Und dann könnte selbst Angela Merkel das nicht mehr aus (unserer!) “Portokasse” zahlen.
Dass alle die Ruhe bewahren hängt aber mehr von Psychologie ab als von realen Wirtschaftsdaten. Bricht doch mal Panik aus, kann der “worst case” schneller eintreten als man reagieren kann. Was man mit diesen Überlegungen in einer aktuell relativ ruhigen Phase wie jetzt macht, ist natürlich jedem selbst überlassen. Für das gesamte System wäre es natürlich am besten, die Bürger würden “geordnet” und “Stück für Stück” ihre Vermögen von den Konten abheben und sichern – besser als alle auf einmal.
Weiter kritisiert der Autor, dass durch die geldpolitische Wachstumspolitik die reale Wirtschaft destabilisiert wird. Mit niedrigen Zinsen wird von den Zentralbanken immer wieder versucht, die Konjunktur in Schwächephasen wieder anzukurbeln, das billige Geld gelangte daraufhin massenhaft u.a. in die Rohstoffmärkte sowie in den Immobilien- und Hypothekensektor, wo es einen großen Boom auslöste. Und die Blase, die dort dann entstand und immer größer wurde, platzte irgendwann, als die Zinsen von den Zentralbanken wieder angehoben wurden. Schnell waren viele Projekte auf einmal nicht mehr bezahlbar. Man hatte ja mit den niedrigen Zinsen von zuvor und natürlich auf weiter steigende Immobilienpreise spekuliert.
Für den Autor ist das alles eine “monetäre Planwirtschaft”, welche die Marktwirtschaft funktionsunfähig macht.
In seinem Fazit bemerkt er schließlich: “Inflation ist eben eine Politik, die man nicht endlos fortführen kann. Immerhin kann man sie ändern.” Fragt sich nur, wie man das ändern kann bzw. wie bringt man die verantwortlichen Personen dazu?
Um die Hintergründe der Finanz- und Wirtschaftskrise und die drohende Hyperinflation und weitere Staatsbankrotte zu verstehen, sollte man sich diesen Artikel unbedingt ansehen:
Inflation und Staatsbankrotte ante portas
U.a. werden folgende Punkte behandelt:
- Was ist Inflation?
- Das Geldmengen-Problem
- Die Staatsverschuldungen schreiten unaufhörlich voran
Homepage vom Autor:
Krisenfrei.de
Hier ist eine sehr gelungene Dokumentation von Claus Strigel über unser Geld und die Zusammenhänge mit der aktuellen Finanzkrise.
Aus der Inhaltsangabe auf Youtube:
“Der Schein trügt” ist kein Film zur Finanzkrise. Der Film beschäftigt sich mit dem Thema Geld eine Schicht tiefer. Einer Schicht, die in der Hitze der Ereignisse der aktuellen Finanz- und Wirtschaftskrise eher aus dem Blick geraten ist. Hat unser Geld selbst ursächlich mit der Krise zu tun?
Der Film wurde 2009 gedreht und im Bayrischen Fernsehen am 05.01.2010 ausgestrahlt.
Hier ist die Homepage zum Film:
http://www.denkmal-film.com/derscheintruegt.com/index.html
Und hier der Link zum Youtube-Video (10 Teile):
Youtube: Der Schein trügt – HQ Deutsch (1/10)
Wer die Vorträge von Prof. Senf und anderen kennt, dem wird das ein oder andere schon sehr bekannt vorkommen, v.a. die Darstellung vom Schuldgeld und von der Geldschöpfung per Kredit.
Besonders interessant ist der Bericht über Regionalwährungen (1x in der Schweiz, 1x in Brasilien), die zusammen mit anderen ähnlichen lokalen Projekten im Idealfall helfen können, das Geldsystem wieder in ein “überlebensfähiges Gleichgewicht” zu bringen. Zumindest für die regionale Bevölkerung hatten die Alternativwährungen in den Beispielen schon einiges an Fortschritt gebracht.
Hier ist ein Interview mit dem Euro-Kritiker Professor Dr. Wilhelm Hankel im ARD-Morgenmagazin:
Youtube: Griechenland muss für die deutsche Wirtschaft gerettet werden
Ein paar Auszüge aus dem Interview:
Moderatorin: Herr Hankel, ist es auch ein bisschen Genugtuung für Sie, was da jetzt passiert?
Hankel: Ich bin der unglückliche Vater, der immer versucht hat, sein Kind NICHT in den Brunnen fallen zu lassen und sieht nun, es ist doch passiert. Nein, also eigentlich eher unglücklich.
Moderatorin: (…) Wieso meinen Sie der unglückliche Vater?
Hankel: Ich wollte verhindern, dass Europa in diese Sackgasse läuft. Denn es ist eine Sackgasse. Und jetzt müssen wir versuchen, aus diese Sackgasse herauszukommen. Und das geht eigentlich nur dadurch… nicht dass man gleich den Euro abschafft, aber dass man die Staaten, die nie reingehört haben – Griechenland hat immer dazugehört – dass man denen jetzt den Ausgang verschafft.
Moderatorin: Kann man das denn? Es gibt keine rechtliche Handhabe, Griechenland aus der Euro-Zone auszuschließen. Wenn, dann müssten die freiwillig gehen. Was hätten die davon?
Hankel: Es wäre das beste für Griechenland selbst. Einmal für Europa, sich von diesem Ballast, von diesen Hypotheken zu trennen. Aber auch Griechenland, Griechenland nimmt doch jetzt einen schlimmen Weg, wenn man jetzt die Auflagen bedenkt. Aus Griechenland würde ja ein Polizeistaat werden, wenn sie die Steuern senken (Anm.: ist wohl ein Versprecher, er meint eher ‘erhöhen’) müssen, den Sozialstaat abschaffen.. Griechenland hat jetzt eine Gelegenheit, aus der Euro-Zone auszutreten, freiwillig, zum Nutzen der eigenen Bürger, und in den Club zu gehen, der ja da ist, nämlich den sogenannten “Wechselkurs-Club”. Da sitzen ganz ehrenwerte Länder, die zur EU gehören wie die baltischen Staaten, wie Polen und Ungarn. Dann kriegt Griechenland wieder eine eigene Währung, kann die in Ordnung bringen und die Grundlagen für neues Wirtschaftswachstum schaffen.
Moderatorin: Aber, wenn Griechenland nun ausscheiden würde und die EU nicht mehr im Rücken hat als Deckung, dann sind sie sofort pleite, ist es so?
Hankel: Also ein Staat, der sein eigenes Geld hat, kann niemals Pleite gehen. Das Problem Griechenland ist, dass sie kein eigenes Geld haben, dass sie den Euro gar nicht drucken dürfen. Aber wenn sie das könnten, indem sie wieder die Drachme hätten, dann wäre die größte Gefahr einer Staatspleite beseitigt. Vor allen Dingen aber könnte man die Drachme aber stabilisieren. (…)
Moderatorin: (…) Jetzt sagt aber Deutsche-Bank-Chef Ackermann, wenn Griechenland pleite geht oder wenn die kein Geld mehr kriegen, dann sind wir als Deutsche Banken – der spricht da im Plural – dann gehen wir mit in die Knie. Ist da was dran?
Hankel: Natürlich, er (Ackermann) ist jetzt sehr ehrlich und sagt:”Es geht gar nicht um Griechenland, es geht um uns.”. Aber es geht auch um unsere Steuerzahler. Wir können doch nicht die griechischen Schulden übernehmen. Griechenland hat einmal einen Kredit gekriegt von den Gläubigern, einen großen, den hat es verwirtschaftet. Nun kann Griechenland doch nicht einen zweiten Kredit kriegen, bloß weil es den ersten nicht zurückzahlen kann? (…)
Nein, ich würde sagen, Deutschland ginge NICHT unter, nur weil man eine Bank pleite geht. Das ist für die Marktwirtschaft besser. Ein kleiner Unternehmer muss für seine Schulden haften, warum nicht ein großer Banker?
Moderatorin: Glauben Sie trotzdem, dass das der Anfang vom Ende des Euros wird?
Hankel: Wenn man jetzt eine falsche Griechenland-Lösung anstrebt, wenn man jetzt einen Währungsfond schafft, der im Grunde eine Bad Bank ist, der die faulen Schulden aufkauft… Dann ist der Euro erledigt. Dann wird er die schlimmste “Weich-Währung”, die es in Europa je gegeben hat. Nein, man kann den Euro retten, in dem man die “faulen Stellen” herausschneidet, indem die Länder, die nicht reingehören, freiwillig rausgehen, auch zu ihrem eigenen Nutzen. Und dann hätten wir einen Euro für Deutschland, Frankreich, die Benelux-Staaten. Länder, die auch ökonomisch zusammengehören und eigentlich schon immer über die D-Mark früher so etwas wie einen Währungsverbund zusammen gebildet haben.
In dem Zusammenhang sei auch noch auf diesen interessanten Artikel verwiesen:
Polit-Profiler: Chronologie der Finanzkrise
Hier ist der Youtube-Kanal von Dr. Jörn Berninger (für die, die ihn noch nicht kennen):
http://www.youtube.com/user/jberni2
“Dr. Jörn Berninger ist einer der wenigen Krisenmanager, die zum Thema der Finanzkrise frühzeitig Stellung genommen und auch informiert haben.
Seit 2005 analysiert und prognostiziert er die Ereignisse der Krise.”
Aktuell ist sein Video vom 8. März 2010: Spekulationen, Spekulanten und April 2010
Berninger geht in seinen Videos sowohl auf aktuelle Entwicklungen in der Finanzkrise wie auch deren Hintergründe kurz ein.
Hier ist ein sehr interessanter Artikel im Tagesspiegel zu den Hintergründen der Finanzkrise:
Tagesspiegel: Die Krise – ein Schauspiel der Ohnmacht
Die Hauptverursacher der Krise sind gleichzeitig deren Gewinner. Den Kampf um eine Neuordnung der Finanzbranche haben Angela Merkel und ihre Kollegen gar nicht erst angetreten
Wie wahr, wie wahr…
Gelungen ist auch der Schluss:
Dieses Versagen der Politik zeigt an, dass weit mehr auf dem Spiel steht als Konjunktur und Staatsfinanzen. Je länger die Finanzoligarchen die Regierungen derart vorführen, umso mehr verkommt die Demokratie zu einem Schauspiel der Ohnmacht, das die Bürger gefährlichen Populisten in die Arme treibt. Schuld daran ist jedoch auch die Trägheit der Vielen, die sich zwar ärgern, aber ihre demokratische Teilhabe allenfalls auf die nächste Wahl beschränken. „Die wichtigste Lehre der Krise sollte sein, dass wir Banken keinen politischen Einfluss mehr geben dürfen, wie müssen die Macht der Wall Street brechen“, fordert Krisenexperte Johnson. Damit sind die Regierungen allein offenkundig überfordert. Es wird Zeit sich einzumischen. Wer das versäumt, bekommt vermutlich schon bald die Krise, die er verdient.
So erstaunlich offene Worte würde ich gern häufiger in den “klassischen” Medien lesen. Oder wie wäre das mal als Kommentar regelmäßig in der Tagesschau? Dann würden vielleicht mal mehr Leute aufwachen.
So klare Aussagen kann man im TV oft nur noch in Satire-Sendungen sehen. Hier mal zwei meiner Meinung nach gelungene Beispiele:
Steuergeschenke – Ein Kommentar von Gernot Hassknecht, MDR | heute show ZDF
