Werbung

Archiv für die Kategorie „Wirtschaft & Börse“

Der Trendforscher Gerald Celente hat auf Russia Today mal wieder ein Interview gegeben. Darin bekräftigt er nochmal seine Prognose, dass schon seit 2008 der Systemcrash begonnen hat, sowohl in den USA als auch Europa.

Man würde das zwar versuchen aufzuhalten, in dem man immer mehr Geld in die Märkte pumpt. Das funktioniert aber leider nicht. Die Trends zu immer mehr Arbeitslosigkeit usw. können so nicht mehr aufgehalten werden.

Von den stimulierenden “Konjunkturprogrammen” hätten die Bürger dagegen wenig. In Wahrheit würde man nur die Banken “stimulieren”. Die Bürger müssten für die Verluste der “too big too fails” (also die Banken) bezahlen. Aber das alles funktioniert nicht, es wird den Systemkollaps nicht aufhalten.

Und wenn die Lage ausser Kontrolle gerät, die Leute auf die Straße gehen und rebellieren, befürchtet Celente ein erneutes Aufkommen von “facism”.

Hier geht es zum Video:
vodpod: Gerald Celente: The entire system is collapsing

Im Nachhinein kommt es dann doch offiziell raus. Lt. Einer alarmierenden Analyse der Europäischen Zentralbank wäre Anfang Mai das Finanzsystem fast zusammengebrochen. Zeitweise sollen die Zustände mit der Zeit nach der Lehman-Pleite vergleichbar gewesen sein. Aber auch heute seien nicht alle Gefahren gebannt.

Wie heute der SPIEGEL veröffentlicht hat, beschreibt die EZB in ihrem aktuellen Monatsbericht ein „Horrorszenario“. [1] Den EZB-Monatsbericht kann man auch direkt dort herunterladen. [2]

An manchen Finanzmärkten sollen die Zustände sogar schlimmer gewesen sein als nach der Pleite von Lehman Brothers im September 2008. Durch das Eingreifen seitens der EZB soll aber dann das schlimmste verhindert worden sein.

Hier zeigt sich jetzt, wie gerechtfertigt die Sorgen und Indizien waren, die auf vielen Blogs und Finanzseiten gesammelt und veröffentlicht worden sind in den letzten Monaten. Kam da noch vieles aus der „Gerüchteküche“, fühlt man sich jetzt durch den offiziellen EZB-Monatsbericht bestätigt.

Es bleibt natürlich die Frage offen, ob im Hintergrund tatsächlich schon an Notfallplänen gearbeitet wurde für den Fall, dass der Ernstfall eintritt und das Finanzsystem zusammenbricht. Immer wieder kamen ja vor Wochen Gerüchte über eine deutsche Währungsreform auf. Dazu gab es natürlich keine Bestätigung von der EZB. Umgekehrt gesehen wäre es allerdings auch sehr gefährlich, würde man an den Finanzmärkten vor einem Kollaps stehen und keinen „Plan B“ in der Hinterhand haben wie z.B. die Wiedereinführung nationaler Währungen in den EU-Staaten.

Es ist aber auch fraglich, wie in diesem Finanzsystem so ein Beinahe-Crash in Zukunft schon im Ansatz verhindert werden soll. Diesmal hat man noch mit dem Eingreifen der EZB plus riesige EU-Rettungsfonds gegengesteuert. Aber auch diese Mittel sind begrenzt und nicht unendlich erweiterbar.

Quellen:
[1]: SPIEGEL: Euro-Krise – Anatomie eines Beinahe-Crashs
[2]: EZB-Monatsbericht Juni

Gerald Celente, Gründer des Trends Research Institute in Kingston (USA), erklärt in einem Interview mit dem Handelsblatt, dass er mit dem Schlimmsten rechnet. [1]

Nach Celentes Prognose wird in den USA trotz aller Konjunkturprogramme die Arbeitslosenrate hoch bleiben. Er vermisst den Unternehmergeist von früher, in den USA schafft man es derzeit auch nur, Stellen im Niedriglohnsektor, Zeitarbeit und Gesundheitssektor zu schaffen.

Wenn dann die Konjunkturprogramme auslaufen, wird nach Celentes Ansicht der Immobilienmarkt erneut zusammenbrechen. Das reisst die Finanzmärkte dann natürlich mit hinab. Am Ende dürfte nach Celente die ganze Welt in eine große Depression hinein laufen.

Auch für die EU ist Celente pessimistisch, die europäische Währungsunion sieht er bald zerbrechen.  Dennoch könnten die Europäer das ganze insgesamt besser überstehen, weil ihre Haushalte noch nicht ganz so überschuldet sind wie die der Amerikaner. Die USA hat inzwischen 13 Billionen Dollar Staatsschulden angehäuft. Dazu kommen weitere zukünftige Verpflichtungen aus dem Sozialsystem von 108 Billionen Dollar. Dagegen würden „nur“ 3 Billionen Dollar gebraucht, um die Südländer der Eurozone zu retten.

Celente ist optimitisch, was die weitere Entwicklung des Gold-Kurses angeht. Kurse von mindestens bis zu 2000 Dollar hält er für realistisch. Sein Bargeld hat er aufgeteilt in US- und kanadische Dollar. Außerdem besitzt er noch Immobilien. Als einzige Währungen sieht er die norwegische Krone (wegen Norwegens Ölreichtum) und den schweizer Franken aktuell noch positiv. Grundsätzlich hat für Celente aber der Kapitalerhalt aktuell die oberste Priorität. Im Moment würde er keine größere Risiken eingehen.

Auch geopolitisch ist Celente pessimistisch. Neben einem weiteren großen Terroranschlag wie im September 2001 rechnen Celente und sein Team mit einer möglichen Eskalation der Konflikte im Nahen Osten, was sich schnell zu einer globalen Katastrophe ausweiten könnte.

Quelle:
[1]: Handelsblatt: Querdenker im Interview: „Wir laufen in eine große Depression“

Nachdem es am Vortag an der Wallstreet schon einen schnellen Absturz des Dow Jones Index um zwischenzeitlich über 9% gab, verlief der Handel am Freitag an den europäischen Börsen ähnlich turbulent.

Binnen weniger Minuten brach z.B. der DAX ein bis unter 5700 Punkte (Tiefststand: 5655 Punkte), fing sich dann aber zum Glück wieder. Am Ende des Tages notierte er bei 5715,09 Punkte, was immerhin noch ein Tagesverlust von 193,17 Punkte oder 3,27% entsprach.

Lt. eines Artikels in der Financal Times Deutschland zeigen “die heftigen Turbulenzen und die Fragilität der Märkte (…), wie schlecht es um das Nervenkostüm der Anleger nach wochenlangen Hiobsbotschaften zum Thema Schuldenkrise in der Euro-Zone bestellt ist. Die Angst, dass dieses Problem die Konjunktur weltweit abwürgen könnte, beherrscht die Aktionen der Investoren.” [1]

Währendessen wird weiter ermittelt und spekuliert, wie es am Vortag zu diesem großen Kurssturz an der Wallstreet kommen konnte. In einem Artikel auf SPIEGEL Online wurden jetzt die angeblich wahrscheinlichsten Szenarien zusammengefasst. [2]

Wie N-TV berichtet, hält man an der Nasdaq zumindest einen technischen Defekt für ausgeschlossen. [3] Die Technologiebörse Nasdaq soll sogar die meisten Transaktionen aus der heißen Phase des Kursabsturzes annulliert haben. Daraufhin müssen jetzt einige Orders rückabgewickelt werden.

Quellen:
[1]: FTD: Anleger am Rande des Nervenzusammenbruchs
[2]: SPIEGEL: Wie es zum Kurs-Chaos kommen konnte
[3]: N-TV: Komplizierte Rückabwicklung – Nasdaq kassiert Panik-Order

Heute ist einiges los an den Börsen. Vorhin fiel der Dow Jones zwischenzeitlich unter die Marke von  10.000 Punkten. Im Tiefpunkt notierte der DOW nur noch bei 9.869,62 Punkten oder bei - 9,19 % gegenüber dem Vortag:
Intraday-Chart bei Comdirect

Wie N-TV berichtet, sollen v.a. Sorgen um die aktuelle Krise in der EU Grund dafür sein:

Investoren hatten sich den Tag über enttäuscht gezeigt, dass die Europäische Zentralbank keine zusätzlichen Maßnahmen ergriff, um ein Ausweiten der Schuldenkrise Griechenlands auf andere Länder zu vermeiden, hieß es. Verstärkt wurde der Abwärtstrend von enttäuschenden Einzelhandels-Zahlen.

Quelle:
N-TV: Panikanfall an der Wall StreetUS-Börsen brechen ein

Inzwischen hat sich der Markt wieder etwas beruhigt. Aktuell (21:12 Uhr) notiert der Dow Jones Index wieder bei 10.477 Punkten bzw. -3,59%.

Das ist wohl eine der Tücken der Globalisierung, Just-in-Time-Produktion und Outsourcing von Teilen der Produktion ins billigere Ausland:

Sobald die Logistik-Kette reisst, stehen die Bänder still.

So berichtet u.a. die Tagesschau, dass BMW die nächsten Tage seine Produktion aufgrund fehlender wichtiger Teile nach und nach anhalten muss:

Tagesschau: Flugverbote stoppen die Produktion bei BMW

Ob jetzt die Flugverbote aus Sicherheitsgründen nun notwendig waren oder nicht – man sieht an diesem Beispiel, wie abhängig viele Industriebetriebe davon sind, dass die Logistik zwischen den Werken funktioniert.

Von den ganzen Arbeitern in der Wirtschaft, die jetzt nicht rechtzeitig an ihren Arbeitsplatz zurückkehren konnten, wollen wir jetzt gar nicht reden. Je knapper da die Personaldecke ist, desto schneller kann das auch zu Beeinträchtigungen in der Produktion führen. Aber die gleiche Situation hätte man ja auch, wenn mal ein “Schweinevögelgrippevirus” grassieren würde, oder?

Hier spricht “Mr. Dax” Dirk Müller über die aktuellen Entwicklungen in Griechenland (u.a. Probleme bei den griechischen Banken, Bankrun, etc.):

Youtube: Griechenland April 2010

Auch auf den nächsten Krisenherd, Spanien, verweist Müller. Außerdem empfiehlt er, in Realwerte zu flüchten (Edelmetalle, Gold etc.).

Und hier direkt von seiner Webseite, der aktuelle Tagesausblick:

Cashkurs: Tagesausblick 9.4.2010

Hier ist ein interessanter Beitrag des ZDF zur geplatzten Immobilienblase in Spanien:
Youtube: Betonwüste: Immobilien-Crash in Spanien

Aus der Inhaltsangabe:

“Niemand will sie haben: 1,5 Millionen leerstehende Neubau-Wohnungen, Bauboom auf Pump. Auch deutsche Banken haben hier Milliardenbeträge in den spanischen Sand gesetzt.”

Man beachte auch, was da gebaut wurde. Als ob die Spanier so großen Bedarf an Millionärsvillen und teuren Eigentumswohnungen hätten?

Lt. eines Berichts des “Bayerischen Landesamts für Statistik und Datenverarbeitung” gab es 2009 in Bayern die schwerste Rezession seit der Währungsreform von 1948. Preisbereinigt sank das Bruttoinlandsprodukt (BIP) um ganze 5,0 Prozent. Den bislang stärksten Einbruch erlebte die bayrische Wirtschaft im Jahre 1993 mit einem Rückgang von 1,8 Prozent. Überhaupt war es nach 1967 und 1993 erst der dritte Rückgang des BIP überhaupt in Bayern seit 1948.

In einer Rangliste der 16 Bundesländer steht Bayern damit nur auf Platz 12. Die Rückgänge in großen Ländern wie Baden-Württemberg und Nordrhein-Westfalen waren größer, während die Stadtstaaten und kleinere Länder eher besser abschnitten.

Quelle:
muenchen.businesson.de: Bayern 2009 in der Rezession

Im aktuellen Monatsbericht der Bundesagentur für Arbeit werden leicht sinkende Arbeitslosenzahlen gemeldet:
Der Arbeits- und Ausbildungsmarkt in Deutschland 03/2010

Wie das Manager Magazin berichtet, warnt BA-Chef Frank-Jürgen Weise aber vor Euphorie: “Wir sehen keine Trendwende. (…) Die Konjunktur scheint anzuspringen. Für den Arbeitsmarkt gilt das aus unserer Sicht noch nicht. (…) Auch jenseits der jahreszeitlichen Einflüsse hat der deutsche Arbeitsmarkt die wirtschaftliche Krise gut verkraftet.”

Da ja offiziell vermeldete Arbeitslosenzahlen immer im Verdacht stehen, statistisch nach unten “optimiert” zu sein, verrät dieser Abschnitt des Artikels auch eine Ursache für den leichten Rückgang der Arbeitslosenrate:

Im Vergleich zum Vorjahr nahm die Erwerbslosigkeit im März um 18.000 ab. Berücksichtigt man jedoch die von privaten Vermittlern betreuten Arbeitssuchenden, die im Zuge einer Statistikänderung seit Mai 2009 nicht mehr als arbeitslos ausgewiesen werden, sind es 142.000 mehr.

Quelle:
Manager Magazin: Kurzarbeit und Zeitkonten retten Jobs

Das ist ja dann eine “super Leistung”, wenn man mit dieser statistischen Neubewertung die Zahlen gesenkt hat.

Einzig relativ erfreulich ist, dass die schlimmsten Prognosen für den Arbeitsmarkt bisher noch nicht eingetreten sind – Arbeitszeitkonten und Kurzarbeit sei Dank.