In einem interessanten Interview mit dem Deutschlandfunk relativiert der Journalist und Blogger Philip Rizk die Rolle von Twitter, Facebook & Co. bei den aktuellen Unruhen in Ägypten. Auch berichtete Rizk von den Einschüchterungsversuchen seitens des Regime von Präsident Mubarak.

Nach Einschätzung von Philip Rizk haben Internetdienste wie Twitter, Facebook u.a. zwar bei der Revolution in Ägypten auch eine Rolle gespielt – aber nicht die entscheidende. Daher würde er es auch keine „Twitter-Revolution“ nennen. Es war auch nicht in erster Linie die „Generation Facebook“ auf den Straßen, sondern v.a. Leute aus den ärmeren Vierteln, Bauern und einfache Arbeiter. Viele von ihnen waren bisher noch nie im Internet. Natürlich haben die Internet-Netzwerke auch eine Rolle gespielt, aber nicht die Hauptrolle.

Stattdessen lief vieles über Mundpropaganda, die Leute haben sich zu Fuß auf den Straßen gesammelt und immer mehr Leute für die Demos mitgezogen, bis man Tausende von Leute war. Das ganze verlief wesentlich unkoordinierter als man nach den Medienbildern annehmen könnte.

Auch von Gegenmaßnahmen von Mubaraks Regime konnte Rizk berichten. So hat man versucht, mit verschiedenen Taktiken die Demokratiebewegung zu zerschlagen. Zuerst ging man mit Gewalt vor, dann ging man zu Propaganda über Staatsfernsehen und Radio über und jetzt versucht man, den Leuten Angst zu machen, dass sie ihre Jobs verlieren werden.

Wie hart auch früher das Regime gegen Kritiker vorging, hat Rizk 2009 am eigenen Leib erfahren. Anfang 2009 wurde er von der ägyptischen Staatssicherheit verhaftet und vier Tage lang an einem unbekannten Ort festgehalten und verhört.

Quelle:
Deutschlandfunk: Ägypten ist keine „Twitter-Revolution“


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