Ein interessanter Vortrag über die energiepolitische Wende, global und auf Deutschland bezogen. Was gibt es da für Möglichkeiten und welche Kosten kommen da auf uns zu?

Zuerst stellt Ganteför die aktuelle globale Lage vor. Die Bevölkerung wachst immer noch stetig an, gleichzeitig steigt auch weltweit der Energieverbrauch und der CO2-Ausstoß. Einziger Knick in den Kurven gab es rund um die Finanz- und Wirtschaftskrise ab 2008.

Interessanterweise ist in den letzten Jahren der CO2-Ausstoß in Deutschland leicht rücklaufig. In China steigt der Ausstoß dagegen weiter steil an und beträgt inzwischen ein Vielfaches vom deutschen Ausstoß. Die Zunahme in China ist so groß wie der jährliche Ausstoß an CO2 in ganz Deutschland.

Am Beispiel Bangladesh zeigt Ganteför auf, dass in vielen Dritte-Welt-Ländern am Meer das Problem des Bevölkerungswachstums viel größer ist als das Problem des ansteigenden Meeresspiegels.

Auch stellt er den Zusammenhang zwischen Bevölkerungswachstum und Einkommen der Bevölkerung her. Dort wo die ärmsten der Armen wohnen, ist auch das Bevölkerungswachstum am größten. Allerdings betont er, dies sei mehr eine statistische Korrelation und deswegen noch kein bewiesener Zusammenhang. Die Geburtenrate werde von verschiedenen Faktoren bestimmt, die auch natürlich mit dem Einkommen und der wirtschaftlichen Verhältnisse vor Ort zusammenhängen. Zugang zu Bildung für Frauen ist z.B. ein wichtiger Punkt.

Um nun für die Ärmsten den Lebensstandard zu erhöhen und dort das Bevölkerungswachstum ausbremsen zu können, braucht es dort auch genügend Wirtschaftswachstum. Das produziert dann aber wieder einen erhöhten Energieverbrauch und somit normal auch Ausstoß von CO2.

Hier geht es zum Video:
http://www.youtube.com/watch?v=7UxhtWoexQU


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2 Kommentare zu „Video-Tipp: Prof. Dr. Gerd Ganteför, Universität Konstanz: Deutschlands Energiewende und ihre Kosten“

  • Patty Chang sagt:

    Da der motorisierte Straßenverkehr einen sehr großen Anteil am Kohlendioxidausstoß hat, besteht hier ein großes Potential für persönliche Einsparungen. Hier bestehen je nach Anlass der Fahrt die Möglichkeiten, ganz auf eine Fahrt zu verzichten, sie durch Kombination mit anderen Zwecken zu verkürzen (Wegeketten), sie mit umweltfreundlicheren Verkehrsmitteln zurückzulegen oder sich ein sparsames Niedrigenergiefahrzeug zuzulegen. Durch Teilnahme am Carsharing kann der Energieverbrauch bei der Herstellung und Entsorgung eines Fahrzeugs auf viele Benutzer verteilt werden.

  • Charity A. Stout sagt:

    Unser Wirtschaftssystem erzwingt nahezu eine Massenproduktion mit massenhaften Wegwerfkonsum. Lange Wertschöpfungsketten, die auf jeder Stufen einen Haufen Umsatz produzieren müssen, um Gewinn abwerfen zu können. Das Milliardenvolk der Chinesen, deren Produktivität sich der Deutschen immer stärker annähert, muss halt auch entsprechend produzieren, damit dort in der Wertschöpfungskette etwas hängen bleibt.

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