Nach den letzten Hochrechnungen hat das Mitte-Links-Bündnis von Pier Luigi Bersani mehrere Prozent Vorsprung vor dem Bündnis von Silvio Berlusconi. Allerdings nur bei der Wahl der Abgeordnetenkammer. Im Senat konnte man nicht die Mehrheit für sich gewinnen. Nun droht ein politisches Patt, an dessen Ende wieder Neuwahlen stehen können.

Die große Entscheidung um Italiens Zukunft muss wohl erneut vertagt werden. Anfangs hatte es nach ersten Prognosen schon nach einem Wahlsieg für das Mitte-Links-Lager von Pier Luigi Bersani im Parlament und Senat ausgesehen. Prompt stiegen an den Börsen die Kurse und die Zinsen auf Staatsanleihen gaben nach.

Bald darauf kam die Ernüchterung an den Märkten. Als sich abzeichnete, dass Bersani im Senat gegen Silvio Berlusconis Bündnis das Nachsehen haben könnte, gaben die Kurse wieder nach. Da hatten sich viele Marktteilnehmer schon zu früh gefreut.

Nun droht zwischen beiden Kammern ein politisches Patt, am Ende drohen bald wieder Neuwahlen. Und wer daraus dann gestärkt hervorgehen wird, ist im Moment noch völlig offen. V.a. nachdem in den letzten Wochen Silvio Berlusconi den Rückstand auf Bersani verkürzen konnte. Und während die Bewegung „5 Sterne“ von Beppe Grillo massiven Zulauf verzeichnen konnte, sie liegen jetzt schon wenige Prozent zurück auf Platz 3.

Eine zimmliche Schlappe dagegen erlitt heute Mario Monti, der mit seiner „Zentrums-Bewegung“ gerade mal um die 10,5 Prozent erzielen konnte. Der italienische Wähler hat ihm also seine Politik nicht gedankt.

Wohin der Weg Italiens geht, wird sich wohl erst in den nächsten Monaten zeigen – oder vielleicht erst ab der nächsten oder übernächsten Wahl.

Quellen:
Tagesschau: Unklare Mehrheiten nach Parlamentswahl – Italien steht vor der Unregierbarkeit
DiePresse.com: Parlamentswahl: Krisenland Italien droht Polit-Blockade


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