Es fällt schon auf, wie die Medien bisher Grillos neue starke politische Bewegung darstellen. Anstatt sich sachlich mit dem Wahlprogramm von seiner „5-Sterne-Bewegung“ auseinanderzusetzen, schießt man sich lieber auf den polarisierenden Beppe Grillo ein. Peer Steinbrück ging heut sogar soweit, ihn und Silvio Berlusconi als zwei Clowns zu bezeichnen. Folge war dann gleich mal die Absage eines geplanten Treffens von Italiens Präsident Napolitano.

Dabei lohnt es sich schon, mal auf das Wahlprogramm von Grillos „5-Sterne-Bewegung“ einen Blick zu werfen:
http://www.movimentocinquestelle.it/

Im GelbenForum gibt es eine einfache Übersetzung dazu, inkl. weiterer Diskussion:
http://www.dasgelbeforum.de.org/forum_entry.php?id=278111

Dass das Programm vielen EU-Politikern nicht schmeckt, ist verständlich. Aber es ist eben mehr als nur stumpfer, wütender Protest, den die Bewegung hier als Wahlalternative angeboten hat.

Fefe vom CCC hat hier und hier auch etwas dazu geschrieben. Auch ihm ist aufgefallen, wie uns von den deutschen Medien vielfach ein verzerrtes und unvollständiges Bild von Grillo und seiner Bewegung präsentiert wird.

Jetzt müssen dem ganzen nur bald Taten folgen, damit aus einem angeblich reinen Protest sich echte Veränderungen in der italienischen Politik durchsetzen.

Und Peer Steinbrück hat es mal wieder geschafft, für negative Schlagzeilen zu sorgen. Dass Silvio Berlusconi im Ausland als „Clown“ angesehen wird, muss man als Kanzlerkandidat gar nicht erst betonen. Grillo ebenfalls genauso abwertend mit Berlusconi in einen Topf zu werfen ist anmaßend. Hier zeigt sich ein ziemlich großer Mangel an diplomatischem Einfühlungsvermögen, welches auch ein potentieller Kanzler eigentlich haben sollte.

Am Ende wurde es kein klarer Sieg für das Mitte-Links-Bündnis bei den Wahlen. Das ist aber kein Grund, jetzt auf den italienischen Wähler verbal einzudreschen. Weder von politischer Seite, die sich das aus dem Ausland gar nicht anmaßen darf, noch von der medialen Seite aus.

Es hat eine große Mehrheit gegen den aktuellen politischen Kurs in Italien gestimmt. Und das muss man erstmal so hinnehmen, ganz unabhängig von der Frage, wie es mit dem Land nun weitergehen kann.


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