Es war ja zu erwarten. Nach dem Anschlag in Boston werden nun Stimmen wieder lauter, die eine weitere Ausweitung der Überwachung fordern. Innenminister Friedrich will die Videoüberwachung ausweiten. Und die Online Ausgabe der Welt veröffentlicht einen Werbeartikel für den Überwachungsstaat.

Nach Festnahme des zweiten mutmaßlichen Attentäters laufen jetzt die Diskussionen darüber, wie man zukünftig noch besser solche Anschläge verhindern und aufklären kann.

Für Politiker, die sowieso mehr Überwachungstechnologie im Einsatz haben wollen, sind solche Anschläge natürlich eine Steilvorlage. So forderte nun Innenminister Friedrich gleich die Ausweitung der Videoüberwachung an öffentlichen Plätzen in Deutschland.

Allerdings erntete Friedrich damit gleich Kritik von der Opposition und auch von der Gewerkschaft der Polizei. Schon allein finanziell sei eine flächendeckende Überwachung kaum zu stemmen.

Auch verwies man auf ein Urteil des Bundesverfassungsgerichts, nach dem Videoüberwachung nur an gefährlichen Orten erlaubt sei.

Selbst der Koalitionspartner FDP distanzierte sich von Friedrichs Vorstoß, man sollte nicht politisches Kapital aus dem schrecklichen Anschlag in Boston zu ziehen versuchen.

Die Welt geht in ihrer Online-Ausgabe in einem Artikel noch weiter. Sie stellt gleich die These auf:“Menschen sollten geschützt werden – nicht Daten“. Dass mehr Überwachung gleich weniger Datenschutz gleich mehr Sicherheit bedeutet, kann der Artikel allerdings nicht nachweisen.

Aber trotzdem versucht der Artikel den Bostoner Anschlag dafür auszuschlachten, die heutigen technischen Überwachungsmöglichkeiten in einem möglichst positiven Licht darzustellen.

Dabei gibt der Autor selbst zu, dass trotz dem schon großen Überwachungsapperat des Staates dieser Anschlag nicht verhindert werden konnte.

Die Hoffnung setzt er dann aber trotzdem auf neue Entwicklungen wie z.B. die „Google Datenbrille“, um solche Täter zukünftig noch schneller direkt identifizieren zu können.

Anstatt zu akzeptieren, dass es eben keine 100%ige Sicherheit vor solchen Anschlägen gibt, begrüßt der Autor, wenn der Staat zukünftig eben weiss, ob man „zu Hause mit einem Drucktopf kocht“. Oder wenn überwacht wird, wer Munition oder verdächtige Materialien einkauft.

Quellen:
Spiegel:  Nach Boston-Anschlag: Friedrich will Videoüberwachung ausweiten
Welt: Menschen sollten geschützt werden – nicht Daten


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