Gelingt Silvio Berlusconi am Sonntag tatsächlich sein Comeback? Es dürfte spannend werden – nicht nur für Italien sondern für die ganze Euro-Zone.

Angeblich hat Berlusconi gegenüber seinen politischen Gegnern die letzten Tage und Wochen Stück für Stück aufgeholt. Bei der starken Medienpräsenz Berlusconis ist das wohl kein Wunder. Desillusionierender sind da schon die Wähler, welche weiter einfach blind dem Politiker mit den größten Versprechungen hinterherlaufen.

Und jetzt geht in Brüssel und bei weiteren europäischen Regierungen und Investoren die Angst um, dass mit einer erneuten Wahl Berlusconis die Eurokrise erneut aufflammen könnte.

Dabei dürften auch instabile Machtverhältnisse in Rom genauso wie ein „Notkandidat“ Monti die Lage in Italien weiter verschärfen. Aber es ist natürlich schon praktisch, mit Berlusconi wenigstens einen Sündenbock zu haben. Denn selbst wenn Berlusconis Parteienbündnis nicht gewinnt, könnte es stark genug werden, um weitere Reformen im Parlament zu blockieren.

Dabei gehen die erstaunlich guten Umfragewerte eines Beppe Grillo ziemlich unter, der im Wahlkampf immer wieder gegen das politische Establishement wettert. Er könnte einige Protestwähler auf sich vereinen.

Insgesamt herrscht vor den Parlamentswahlen in Italien „Untergangsstimmung“, wie das Deutschlandradio heute Abend in einem ausführlichen Artikel beleuchtet. Auch unter Mario Monti ist der wirtschaftliche Abwärtstrend Italiens nicht beendet worden. Dafür wird jetzt überall eingespart, die Steuern erhöht, was wiederum die Konjunktur schwächt usw.

Angeblich brach heute auch wegen der drohenden Wiederwahl Berlusconis der DAX massiv ein. Allerdings dürften dafür auch die Äußerungen der Fed verantwortlich sein, welche ein Zurückfahren des „Gelddruck-Programms“ in Aussicht stellt. Selbst wenn der Arbeitsmarkt sich noch nicht ausreichend erholt hat.

Spätestens aber ab Montag, sollte es nicht einen klaren Sieg der von den Finanzmärkten bevorzugten Wahlbündnisse geben, könnte es dann erstmal richtig abwärts gehen mit den Aktienkursen und rauf mit den Risikoaufschlägen auf italienische Staatsanleihen.

Quellen:
Welt: Berlusconi holt mit Anti-Merkel-Sprüchen auf
Focus: Berlusconi vermiest Aktionären die Stimmung
N-TV: Zweifel an Anleihekäufen wachsenFed-Banker denken an Plan B
Deutschlandradio: Der Patient Italien ist am Ende


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