Wegen des Streits um die genaue Ausgestaltung der Zwangsabgabe auf Bankguthaben wurde jetzt die Abstimmung über das EU-Hilfspaket zum zweiten Mal verschoben. Jetzt wird mit den Finanzminister der Eurogruppe nachverhandelt.

Die Rettung Zyperns entwickelt sich immer mehr zu einer Farce. Nachdem man mit der Bankenschließung und der geplanten Zwangsabgabe für alle Sparer für extreme Verunsicherung an den Märkten und bei den Sparern gesorgt hat, sollen jetzt wenigstens kleine Sparguthaben verschont und mittelgroße weniger herangezogen werden.

Bis mindestens Donnerstag sollen die Banken geschlossen bleiben. So soll ein weiteres Abfließen von Sparkapital unterbunden werden. Was danach kommt, ist völlig offen. Jedoch kann man sich jetzt schon ausmalen, was sowohl kleine wie große Anleger mit ihren Guthaben machen werden, sobald die Bankschalter wieder geöffnet haben.
Ein endgültiger Bankrun erscheint unvermeidlich. Und wie den dann die zyprischen Banken überstehen sollen, das wissen wohl auch nicht die europäischen Finanzminister.

Am Ende bleibt die Frage, wie es überhaupt soweit kommen konnte. Entweder hat man die Folgen nicht richtig bedacht, die so eine Zwangsabgabe für die privaten Anleger erzeugen werden. Oder man hat das bewusst genau so geplant, um einmal anzutesten, wie die Bürger reagieren?

Die weitere Entwicklung dürfte jedenfalls sehr spannend werden. Auch in anderen EU-Krisenstaaten werden sich jetzt die Sparer überlegen, wieviel Geld sie noch auf ihren Konten belassen wollen. Und ob sie es nicht lieber in Sicherheit bringen, bevor sie noch wie die Sparer in Zypern zwangsenteignet werden.

Quellen:
Tagesschau: Abstimmung im zypischen Parlament erst Dienstag – Nachverhandlung statt EntscheidungDWN: Dramatik in Zypern: Parlaments-Debatte auf Dienstag verschoben


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