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Im Nachhinein kommt es dann doch offiziell raus. Lt. Einer alarmierenden Analyse der Europäischen Zentralbank wäre Anfang Mai das Finanzsystem fast zusammengebrochen. Zeitweise sollen die Zustände mit der Zeit nach der Lehman-Pleite vergleichbar gewesen sein. Aber auch heute seien nicht alle Gefahren gebannt.
Wie heute der SPIEGEL veröffentlicht hat, beschreibt die EZB in ihrem aktuellen Monatsbericht ein „Horrorszenario“. [1] Den EZB-Monatsbericht kann man auch direkt dort herunterladen. [2]
An manchen Finanzmärkten sollen die Zustände sogar schlimmer gewesen sein als nach der Pleite von Lehman Brothers im September 2008. Durch das Eingreifen seitens der EZB soll aber dann das schlimmste verhindert worden sein.
Hier zeigt sich jetzt, wie gerechtfertigt die Sorgen und Indizien waren, die auf vielen Blogs und Finanzseiten gesammelt und veröffentlicht worden sind in den letzten Monaten. Kam da noch vieles aus der „Gerüchteküche“, fühlt man sich jetzt durch den offiziellen EZB-Monatsbericht bestätigt.
Es bleibt natürlich die Frage offen, ob im Hintergrund tatsächlich schon an Notfallplänen gearbeitet wurde für den Fall, dass der Ernstfall eintritt und das Finanzsystem zusammenbricht. Immer wieder kamen ja vor Wochen Gerüchte über eine deutsche Währungsreform auf. Dazu gab es natürlich keine Bestätigung von der EZB. Umgekehrt gesehen wäre es allerdings auch sehr gefährlich, würde man an den Finanzmärkten vor einem Kollaps stehen und keinen „Plan B“ in der Hinterhand haben wie z.B. die Wiedereinführung nationaler Währungen in den EU-Staaten.
Es ist aber auch fraglich, wie in diesem Finanzsystem so ein Beinahe-Crash in Zukunft schon im Ansatz verhindert werden soll. Diesmal hat man noch mit dem Eingreifen der EZB plus riesige EU-Rettungsfonds gegengesteuert. Aber auch diese Mittel sind begrenzt und nicht unendlich erweiterbar.
Quellen:
[1]: SPIEGEL: Euro-Krise – Anatomie eines Beinahe-Crashs
[2]: EZB-Monatsbericht Juni
Deutschland:
Handelsblatt: Aktion Rotstift: Schwarz-Gelb streitet über Sparkurs (10 Milliarden sollen pro Jahr eingespart werden – bei dem wo wird es noch lange und viele Diskussionen geben.)
Handelsblatt: Rücktritt: FDP verliert nach Finanzsteuer-Deal Finanzexperten (Frank Schäffler trat von seinem Posten im Finanzaussschuss zurück. Er ist einer der ganz wenigen Bundestagsabgeordneten, der zuletzt Durchblick bei der Finanzkrise gezeigt hat. Auch über die Hintergründe, z.B. unser Geld- und Zinssystem.)
FTD: Finanztransaktionssteuer – Schäuble bremst Regulierungsfans von der Union
Welt: Kommentar – Angela Merkel wird zur Getriebenen (Wenn man – wenn überhaupt – dauernd nur reagiert und nicht mehr agiert, dann kann es eben soweit kommen.)
Manager Magazin: BMW-Chef Reithofer: “Die Krise ist noch nicht vorbei”
Europa:
Welt: Regulierung – EU überstimmt London im Hedgefonds-Streit
Telepolis: Kommt nun doch eine Transaktionssteuer?
Banken:
FTD: Banken profitieren von EZB-Tabubruch
Verschuldung:
Nach der Landtagswahl in NRW:
Handelsblatt: Merkel und Westerwelle blasen Steuersenkung ab
N-TV: “Alles muss auf den Prüfstand” – Wen trifft der Warnschuss?
Euro-Krise:
N-TV: EU entfesselt Milliarden (EU und IWF stellenbis zu 750 Mrd. Euro für schwache Staaten bereit / Märkte nehmen Maßnahmen positiv auf, Euro steigt wieder)
Handelsblatt: Bilderbuch-Rettung oder der Anfang von Ende? (Eher das zweite ist zu befürchten.)
FTD: Gefallenes Tabu – EZB feuert letzten Schuss zur Euro-Rettung ab (Mit anderen Worten: beim nächsten Mal heisst es Game Over.)
Aber: es wird vielleicht nochmal etwas Zeit gewonnen. Zeit für jeden, sich auf den worst case vorzubereiten, Geldvermögen umzuschichten in Realwerte (Edelmetalle wie Gold und Silber, Vorräte an Lebensmittel/Kleidung/Werkzeuge/etc., Ackerland, …). Jeder kann jetzt nochmal versuchen zu retten, was irgendwie noch zu retten ist. Nicht nur für sich selbst sondern auch für die eigene Familie, Freunde und Verwandte. Wem die aktuelle Lage bewusst ist, der hat jetzt auch Verantwortung zu übernehmen – für sich und für andere.
Landtagswahl in NRW:
Welt: Wahl in Nordrhein-Westfalen läuft schleppend an
Letzte Umfrage von Forsa/stern: CDU: 37%, SPD: 37%, Grüne: 10%, FDP: 6%, Sonstige: 5%.
Euro-Krise:
SPIEGEL: EZB in der Euro-Krise – Notenbanker in Not
Handelsblatt: Krisentreffen der EU-Finanzchefs : Euro-Länder ringen um Abwehrwaffe gegen Spekulanten
USA:
Telepolis: USA: Die Zahl der Arbeitslosen steigt (Fast die Hälfte sind Langzeitarbeitslose, 40 Millionen Menschen beziehen schon Lebensmittelmarken)
Landtagswahl in NRW:
SPIEGEL: NRW-Zitterwahl gefährdet schwarz-gelbe Großprojekte (Da haben die ja eine schöne Ausrede, wenn es damit nichts wird.)
FTD: Umfrage zur NRW-Wahl – Schock für Rüttgers – Rot-Grün klar vorn (Alles andere wäre eine Überraschung. Interessant wird mehr die Wahlbeteiligung werden. Gehen wieder viele Enttäuschte nicht wählen anstatt ihre Stimme aus Protest einer anderen Partei zu geben? Nur so käme wenigstens etwas Bewegung in die politische Landschaft.)
Deutschland:
SPIEGEL: Einbruch bei den Einnahmen – Deutschland droht jahrelange Steuerflaute (Wann kommen die ersten großen Sparvorschläge? Wohl bald nach der NRW-Wahl?)
FTD: Steuerschätzung – In der Staatskasse fehlen 39 Milliarden
Europa:
FTD: Geldpolitik – Die EZB und der nächste Sündenfall (Leitzins bleibt auf 1%)
Banken:
Handelsblatt: Schuldenkrise: Moody’s warnt vor Bankencrash
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