Artikel-Schlagworte: „Geldschöpfung“

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Geldsystem: + Geldschöpfung Wie kommt Geld in die Welt? +

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In einem Interview mit dem Deutschlandradio äußert sich der Wirtschaftswissenschaftler Franz Hörmann (Wirtschaftshochschule Wien) sehr pessimistisch für das kommende Jahr 2011. Nach seiner Einschätzung werden auch bald größere Länder ihre Schuldzinsen nicht mehr ganz bezahlen können. Ihnen droht der Staatsbankrott.

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In diesem Beitrag der ARD-Sendung “Plusminus” wird erstaunlich offen darüber berichtet, wieso das ungedeckte Geldsystem die eigentliche Ursache für die Finanzkrise ist:

ARD: Ungedecktes Geldsystem ist die Ursache der Finanzkrise (Video)

Zuerst wird zurückgegangen bis in die deutsche Kaiserzeit, als es noch ein goldgedecktes Währungssystem gab. Dann kam es nach dessen Aufgabe zur ersten Hyperinflation. Und heute stehen wir wieder an einem ähnlichen Punkt in der Geschichte.

Wie aus diesem ungedeckten Geldsystem immer neue und größere Spekulationsblasen entstehen, wird im weiteren erläutert. Am Ende wird sogar von einer erforderlichen Abwertung des Kapitals um 2/3 gesprochen, damit die realwirtschaftliche und die kapitalwirtschaftliche Entwicklung wieder ausgeglichen ist.  Im Grunde müsse ein Währungsschnitt her, aber nicht nur in Deutschland, sondern weltweit.

In einem überraschend offenen Hintergrundartikel der FTD werden zunächst die Fehler in unserem aktuellen Geldsystem vorgestellt und anschließend auf Vorschläge für Alternativen dazu eingegangen. [1]

Dass unser Währungssystem auf der Kippe steht, ist grundsätzlich wohl nichts neues mehr. Aber seitdem immer mehr Ökonomen und Politiker auf die Fehler im Währungssystem hinweisen, kommen auch solche Artikel in die “Massenmedien” wie die Financal Times Deutschland.

U.a. werden hierzu Aussagen von Thorsten Polleit (Chefökonom bei Barclays Capital), Marc Faber (“Dr. Doom”), der Republikaner Ron Paul, Bill Gross (Manager des weltgrößten Rentenfonds Pimco Total Return) und Frank Schäffler von der FDP zitiert.
Aber auch “Hobbyökonomen, Goldhändler, Verrückten und Verschwörungstheoretiker” werden von der FTD erwähnt, namentlich Walter Eichelburg, der “immer wieder über zuverlässige Informationen zu verfügen glaubt, dass die Bundesregierung bereits heimlich eine neue D-Mark drucken lasse.”.

Lustigerweise bestätigt die FTD mit diesem Artikel, dass die “Verrückten” gar nicht so verrückt sind und immerhin teilweise inzwischen von Ökonomen und Politikern in ihren Ansichten bestätigt werden.

Als Alternativen werden dann schließlich zwei Varianten erwähnt, die unser heutiges Währungssystem ersetzen könnten: 1) die Wiedereinführung des Goldstandards oder 2) die Einführung eines “freien Marktgeldes”. Bei 2) würde “Angebot und Nachfrage (…) die Geldmenge regulieren”.

Beides dürfte aber bis zum Kollaps des Weltwährungssystems eher geringe Chancen haben, von der Politik umgesetzt zu werden. Bevor sich etwas so tiefgreifend ändern kann, muss erst der “Tag des Jüngsten Gerichts” kommen, an dem die Scheingeldwelt zusammenbricht.

Und was danach kommt, werden wir erst dann sehen. Natürlich kann man sich für danach eine Zukunft mit einem neuen besseren Währungssystem ausmalen. Die Frage wird nur sein, ob die Profiteure des heutigen (Währungs-/Wirtschafts-)Systems einen radikalen Systemwechsel zulassen werden?

Quelle:
FTD: Agenda – Die Geldrevolutionäre

Auf der Homepage von N-TV kann man gerade ein interessantes Interview mit dem Wirtschaftssoziologen Joseph Huber (Martin-Luther-Universität Halle) lesen, in dem er sich für eine Reform der Geldschöpfung einsetzt. [1]

Zunächst erläutert er das bisherige System der Geldschöpfung, wie Geld “aus dem Nichts” entsteht und was dies mit der aktuellen Schuldenkrise zu tun hat.

Das bisherige System ermöglicht erst eine relativ unkontrollierte Bildung von Spekulationsblasen, inkl. nachfolgender Zusammenbrüche. Konjunktur- und Börsenzyklen werden eher verstärkt als ausgeglichen, was zu weiteren Finanzkrisen führt.

Als Abhilfe empfiehlt Huber eine Reform der Geldschöpfung. Dafür hat er ein Konzept entwickelt, das die Umwandlung von Giralgeld in Vollgeld vorsieht, um die Geldschöpfung durch Banken zu unterbinden.

Der Vorteil für den jeweiligen Staat wäre nach Hubers Plänen, dass man mit den Geldschöpfungsgewinnen nach und nach die Haushalte sanieren und die Staatsquote und damit verbunden die Steuern nach und nach wieder senken könnte.

Ob sich diese Pläne auch verwirklichen lassen, bleibt offen – würde dabei doch die potentielle Rendite bei den Banken massiv abgesenkt. Die Frage ist, kann man sowas gegen den Willen des kompletten Bankensektors durchsetzen? Wird man sich dort freiwillig diese “Gelddruckmaschine” wieder nehmen lassen? Selbst wenn man sich in einer Regierung wirklich auf so einen massiven Schritt einigen könnte, wäre auf jeden Fall mit einem massiven Widerstand seitens der Finanzindustrie zu rechnen.

An dieser Stelle sei auch das Interview von Nicolas Hofer mit Joseph Huber “Monetative – Geldschöpfung in öffentliche Hand!” auf Youtube empfohlen. [2]

Quellen:
[1]: N-TV: Vollgeld statt Giralgeld – Das Ende der monetären Fata Morgana
[2]: Youtube: Monetative Teil 1/5 – Geldschöpfung in öffentliche Hand! Prof. Dr. Joseph Huber (+ Teil 2, 3, 4, 5)

Es passiert leider in der heutigen Zeit selten genug, dass mal ein Politiker Klartext redet. Frank Schäffler hat nun in einer schriftlichen Erklärung gemäß Paragraph 31 GO des Deutschen Bundestages veröffentlicht, warum er dem sogenannten Euro-Stabilisierungsgesetz nicht zustimmen konnte. [1]

Dabei geht Frank Schäffler erstaunlich offen darauf ein, was eigentlich die Ursachen der Finanzkrise sind und warum das jetzige Rettungspaket den Euro nicht rettet sondern weiter zerstört.

Lt. Schäffler liegt die “Hauptursache unserer Finanz- und Überschuldungskrise von Staaten und Banken (…) in der Geld- und Kreditschöpfung aus dem Nichts und der Möglichkeit, staatliches ungedecktes Zwangspapiergeld unbegrenzt vermehren zu können.”.Dadurch wird ein Schneeballsystem erst ermöglicht, welches zwangsläufig zu immer neuen Krisen und Überschuldung von Staaten und Banken führt.

Außerdem kritisiert er, dass durch staatlichen Zwang die “marktwirtschaftlichen Selbstreinigungs- und Lenkungskräfte (…) im höchst wichtigen Finanzbereich weitgehend außer Kraft gesetzt” sind.

Dem Gesetz kann Schäffler nicht zustimmen, weil es erstens gegen europäisches Recht verstößt, zweitens durch diesen Rechtsbruch der Euro nicht gerettet sondern zerstört wird und drittens die Überschuldungskrise von Staaten und Banken dadurch nicht entschärft sondern verschärft wird.

Leider ist Schäffler mit seiner Offenheit hier eher eine Ausnahme unter den Politikern. Vielleicht ist er auch einfach nur einer der wenigen, der die Probleme und Hintergründe zur aktuellen Krise wirklich verstanden hat? Es bleibt zu hoffen, dass er zumindest im Bundesvorstand seiner eigenen Partei mit seiner Position Gehör und Mitstreiter findet. Schließlich befindet sich die FDP ja noch(!) mit in der Bundesregierung und könnte da vielleicht etwas in die richtige Richtung bewegen.

Quelle:
[1]: Schriftliche Erklärung des Bundestagsabgeordneten Frank Schäffler am 21. Mai 2010

Gestern gab es in der Sendung “Markus Lanz” (ZDF) eine interessante Diskussionsrunde mit den Gästen Dirk Müller (Mr. Dax, Cashkurs.com), Hans Eichel (ehemaliger Bundesfinanzminister) und Olaf Henkel (ehemaliger Präsident des BDI). Thema der Sendung war u.a. “Griechenland in der Krise – der Euro in Gefahr?”.

Hier kann man sich die Sendung nochmal online ansehen:
ZDF-Mediathek: Die Griechenlandpleite-Panik

Während der Sendung wurden einige interessante Aussagen gemacht.

Olaf Henkel hält eine Umschuldung für die bessere Alternative. Notwendig wäre dafür aber auch ein Austritt Griechenlands aus dem Euro, da sonst so drastische soziale Kürzungen notwendig würden, dass das griechische Volk alles aus Protest blockieren dürfte.

Noch spektakulärer war Henkels Vorschlag, dass als “3. Weg” noch der Ausstieg Deutschlands aus dem Euro und die Wiedereinführung der DM bleibt, den man mindestens mal androhen könnte, wenn Griechenland nicht freiwillig aus dem Euro austritt.

Hans Eichel hielt davon aber nichts, ein Ausstieg Griechenlands oder Deutschlands kommt für ihn nicht in Frage.

Dirk Müller hat auf seiner Homepage auch einen Kommentar geschrieben über die Sendung:
Cashkurs.com: Dirk Müller bei Markus Lanz: “Die Griechenland-Pleite-Panik”

Besonders interessant: Müller weist daraufhin, dass aus “Zeitgründen” leider ein Teil der Diskussion gar nicht ausgestrahlt wurde, in der Hans Eichel und er gemeinsam die Rückkehr zum Vollgeldsystem gefordert hatten. Beide hatten anscheinend gefordert, die Geldschöpfung von den Banken auf den Staat (bzw. dessen Zentralbank) zurückzuführen.

Hier ist eine sehr gelungene Dokumentation von Claus Strigel über unser Geld und die Zusammenhänge mit der aktuellen Finanzkrise.

Aus der Inhaltsangabe auf Youtube:

“Der Schein trügt” ist kein Film zur Finanzkrise. Der Film beschäftigt sich mit dem Thema Geld eine Schicht tiefer. Einer Schicht, die in der Hitze der Ereignisse der aktuellen Finanz- und Wirtschaftskrise eher aus dem Blick geraten ist. Hat unser Geld selbst ursächlich mit der Krise zu tun?

Der Film wurde 2009 gedreht und im Bayrischen Fernsehen am 05.01.2010 ausgestrahlt.

Hier ist die Homepage zum Film:
http://www.denkmal-film.com/derscheintruegt.com/index.html

Und hier der Link zum Youtube-Video (10 Teile):
Youtube: Der Schein trügt – HQ Deutsch (1/10)

Wer die Vorträge von Prof. Senf und anderen kennt, dem wird das ein oder andere schon sehr bekannt vorkommen, v.a. die Darstellung vom Schuldgeld und von der Geldschöpfung per Kredit.

Besonders interessant ist der Bericht über Regionalwährungen (1x in der Schweiz, 1x in Brasilien), die zusammen mit anderen ähnlichen lokalen Projekten im Idealfall helfen können, das Geldsystem wieder in ein “überlebensfähiges Gleichgewicht” zu bringen. Zumindest für die regionale Bevölkerung hatten die Alternativwährungen in den Beispielen schon einiges an Fortschritt gebracht.

Lt. MMNews hat jetzt zum ersten Mal (?) ein deutscher Politiker öffentlich auf die Ursache für die ganze Finanzmisere hingewiesen: das Geldsystem. [1]

In einem Gastkommentar für die Süddeutsche Zeitung (Printausgabe) schreibt der FDP Abgeordnete Frank Schäffler: “Die Ursachen der Überschuldungskrise liegen im Geldsystem, doch dies wird von den verantwortlichen Staats- und Regierungschefs bislang nicht einmal diskutiert. / Das Schneeballsystem wird früher oder später zusammenbrechen. Wir müssen deshalb über eine neue Geldordnung nachdenken.”

Genau das stellt z.B. Prof. Senf  in seinen Vorträgen zum Geldsystem auch dar: Prof. Senf: Tiefere Ursachen der Weltfinanzkrise

Nur wie sollte so ein neues Geldsystem am besten aussehen? Da gehen die Meinungen von Senf, Schäffler und anderen teilweise stark auseinander.

Schäffler sieht einen Lösungsansatz in der Zulassung von konkurrierenden Privatwährungen, die in vollem Wettbewerb zueinander stehen.

Andere befürworten stattdessen die Geldschöpfung in öffentliche Hand zu geben, wie z.B. die Monetative Initiative. [2]

Genau dagegen spricht sich aber wiederum die “Partei der Vernunft aus”, die das für ein “zum Scheitern verurteiltes Geldexperiment” hält. [3]

Welches System am Ende “das Rennen macht”, wird sich zeigen. Auch muss man erstmal die Chance bekommen, am bestehenden Geldsystem etwas zu ändern. Die Marktteilnehmer, die vom derzeitigen System profitieren, werden wohl alles dafür tun, dass sich daran nichts ändern wird.

Quellen:
[1]: MMNews: FDP-Politiker: Ursache der Krise liegt im Geldsystem
[2]: Monetative: Geldschöpfung in öffentliche Hand
[3]: Partei der Vernunft zu Monetative: Ein zum Scheitern verurteiltes Geldexperiment

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