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Artikel-Schlagworte: „Geldsystem“

Es passiert leider in der heutigen Zeit selten genug, dass mal ein Politiker Klartext redet. Frank Schäffler hat nun in einer schriftlichen Erklärung gemäß Paragraph 31 GO des Deutschen Bundestages veröffentlicht, warum er dem sogenannten Euro-Stabilisierungsgesetz nicht zustimmen konnte. [1]

Dabei geht Frank Schäffler erstaunlich offen darauf ein, was eigentlich die Ursachen der Finanzkrise sind und warum das jetzige Rettungspaket den Euro nicht rettet sondern weiter zerstört.

Lt. Schäffler liegt die “Hauptursache unserer Finanz- und Überschuldungskrise von Staaten und Banken (…) in der Geld- und Kreditschöpfung aus dem Nichts und der Möglichkeit, staatliches ungedecktes Zwangspapiergeld unbegrenzt vermehren zu können.”.Dadurch wird ein Schneeballsystem erst ermöglicht, welches zwangsläufig zu immer neuen Krisen und Überschuldung von Staaten und Banken führt.

Außerdem kritisiert er, dass durch staatlichen Zwang die “marktwirtschaftlichen Selbstreinigungs- und Lenkungskräfte (…) im höchst wichtigen Finanzbereich weitgehend außer Kraft gesetzt” sind.

Dem Gesetz kann Schäffler nicht zustimmen, weil es erstens gegen europäisches Recht verstößt, zweitens durch diesen Rechtsbruch der Euro nicht gerettet sondern zerstört wird und drittens die Überschuldungskrise von Staaten und Banken dadurch nicht entschärft sondern verschärft wird.

Leider ist Schäffler mit seiner Offenheit hier eher eine Ausnahme unter den Politikern. Vielleicht ist er auch einfach nur einer der wenigen, der die Probleme und Hintergründe zur aktuellen Krise wirklich verstanden hat? Es bleibt zu hoffen, dass er zumindest im Bundesvorstand seiner eigenen Partei mit seiner Position Gehör und Mitstreiter findet. Schließlich befindet sich die FDP ja noch(!) mit in der Bundesregierung und könnte da vielleicht etwas in die richtige Richtung bewegen.

Quelle:
[1]: Schriftliche Erklärung des Bundestagsabgeordneten Frank Schäffler am 21. Mai 2010

Hier ist eine sehr gelungene Dokumentation von Claus Strigel über unser Geld und die Zusammenhänge mit der aktuellen Finanzkrise.

Aus der Inhaltsangabe auf Youtube:

“Der Schein trügt” ist kein Film zur Finanzkrise. Der Film beschäftigt sich mit dem Thema Geld eine Schicht tiefer. Einer Schicht, die in der Hitze der Ereignisse der aktuellen Finanz- und Wirtschaftskrise eher aus dem Blick geraten ist. Hat unser Geld selbst ursächlich mit der Krise zu tun?

Der Film wurde 2009 gedreht und im Bayrischen Fernsehen am 05.01.2010 ausgestrahlt.

Hier ist die Homepage zum Film:
http://www.denkmal-film.com/derscheintruegt.com/index.html

Und hier der Link zum Youtube-Video (10 Teile):
Youtube: Der Schein trügt – HQ Deutsch (1/10)

Wer die Vorträge von Prof. Senf und anderen kennt, dem wird das ein oder andere schon sehr bekannt vorkommen, v.a. die Darstellung vom Schuldgeld und von der Geldschöpfung per Kredit.

Besonders interessant ist der Bericht über Regionalwährungen (1x in der Schweiz, 1x in Brasilien), die zusammen mit anderen ähnlichen lokalen Projekten im Idealfall helfen können, das Geldsystem wieder in ein “überlebensfähiges Gleichgewicht” zu bringen. Zumindest für die regionale Bevölkerung hatten die Alternativwährungen in den Beispielen schon einiges an Fortschritt gebracht.

Lt. MMNews hat jetzt zum ersten Mal (?) ein deutscher Politiker öffentlich auf die Ursache für die ganze Finanzmisere hingewiesen: das Geldsystem. [1]

In einem Gastkommentar für die Süddeutsche Zeitung (Printausgabe) schreibt der FDP Abgeordnete Frank Schäffler: “Die Ursachen der Überschuldungskrise liegen im Geldsystem, doch dies wird von den verantwortlichen Staats- und Regierungschefs bislang nicht einmal diskutiert. / Das Schneeballsystem wird früher oder später zusammenbrechen. Wir müssen deshalb über eine neue Geldordnung nachdenken.”

Genau das stellt z.B. Prof. Senf  in seinen Vorträgen zum Geldsystem auch dar: Prof. Senf: Tiefere Ursachen der Weltfinanzkrise

Nur wie sollte so ein neues Geldsystem am besten aussehen? Da gehen die Meinungen von Senf, Schäffler und anderen teilweise stark auseinander.

Schäffler sieht einen Lösungsansatz in der Zulassung von konkurrierenden Privatwährungen, die in vollem Wettbewerb zueinander stehen.

Andere befürworten stattdessen die Geldschöpfung in öffentliche Hand zu geben, wie z.B. die Monetative Initiative. [2]

Genau dagegen spricht sich aber wiederum die “Partei der Vernunft aus”, die das für ein “zum Scheitern verurteiltes Geldexperiment” hält. [3]

Welches System am Ende “das Rennen macht”, wird sich zeigen. Auch muss man erstmal die Chance bekommen, am bestehenden Geldsystem etwas zu ändern. Die Marktteilnehmer, die vom derzeitigen System profitieren, werden wohl alles dafür tun, dass sich daran nichts ändern wird.

Quellen:
[1]: MMNews: FDP-Politiker: Ursache der Krise liegt im Geldsystem
[2]: Monetative: Geldschöpfung in öffentliche Hand
[3]: Partei der Vernunft zu Monetative: Ein zum Scheitern verurteiltes Geldexperiment

Wer sich mal genauer mit den Hintergründen und Ursachen der Finanzkrise beschäftigen möchte, kann z.B. diese Vorträge anschauen:

Prof. Bernd Senf – Tiefere Ursachen der Weltfinanzkrise (Video):

http://dailymotion.virgilio.it/video/x75y6c_prof-bernd-senf-tiefere-ursachen-de_news (Teil 1)

http://dailymotion.virgilio.it/video/x7izu3_tiefere-ursachen-der-weltfinanzkris_news (Teil 2)

http://dailymotion.virgilio.it/video/x7ospj_profbernd-senf-weltfinanzkrise-3-no_news (Teil 3)

Homepage von Prof. Senf: http://www.berndsenf.de

In diesen Vorträgen von Ende 2008 erläutert Prof. Senf, dass die Ursachen für die Weltfinanzkrise viel tiefer liegen, als es bis dahin von der Politik und von den Medien öffentlich diskutiert wurde. Er stellt ausführlich dar, wo und warum die Probleme im Geldsystem, v.a. im Zinssystem, selbst liegen.

Auch interessant ist das Interview mit Prof. Senf auf Gulli.com vom 29.8.2009:
http://www.gulli.com/news/die-weltfinanzkrise-ein-blitz-2009-08-29

Mit diesen Hintergründen der Krise sollte man sich auseinandersetzen, will man irgendwann zu einer Lösung kommen, die nachhaltig ist und die uns nicht nur über die nächsten Jahre rettet.

Nicolas Hofer im Gespräch mit Börsenexperte und Bestsellerautor Michael Mross über das Geldsystem und was dieses mit der Wirtschaftskrise zu tun hat:

Teil 1

Teil 2

Teil 3

Teil 4

Wer kennt ihn nicht, Michael Mross, früher Moderator bei n-tv. Heute betreibt Mross die (auch in alternativen Medien nicht unumstrittene) Webseite MMnews.

Besonders wichtig halte ich u.a. Mross Hinweis darauf, dass man immer kritisch und skeptisch an die Dinge rangehen soll. Man muss alles hinterfragen und sich sein eigenes Urteil bilden. Das klingt selbstverständlich, ist es aber nicht. Wer von uns hat nicht schon blind irgend etwas geglaubt, was er in den Medien erzählt bekommen oder gelesen hat?