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Artikel-Schlagworte: „IWF“

Wie verschiedene Medien berichten, will Griechenland den gerade von den EU-Regierungschefs ausgehandelten “Nothilfeplan” korrigieren. Die Bedingungen des IWF werden als zu hart bewertet, die Griechen wünschen sich stattdessen direkte und bedingungslose Hilfe der EU-Länder.

Ein Einschalten des Internationalen Währungsfonds im Notfall soll unbedingt vermieden werden. Sonst würden von seiten des IWF Bedingungen drohen, deren Umsetzung soziale und politische Unruhen hervorrufen könnten. Stattdessen setze man auf einen Rettungsplan mit klarerem europäischem Schwerpunkt ohne IWF-Beteiligung.

Nach einem anderen Medienbericht plant man Ende April in den USA eine milliardenschwere Anleihe aufzulegen. Dabei wolle man zum ersten Mal als Schwellenland auftreten, fünf bis zehn Milliarden Dollar einnehmen und so die Ausgaben im Mai mitfinanzieren.

Quellen:
Handelsblatt: Griechenland will IWF umgehen
Zeit: Griechenland will IWF-Hilfe vermeiden

Jetzt hat man sich endlich geeinigt, wie man Griechenland im allergrößten Notfall (der natürlich niemals eintreten wird, ist klar) helfen kann. Trotzdem gibt es immer noch kritische Stimmen, man sollte es kaum für möglich halten…

Bei den einen sorgt Merkels Griechenland-Lösung für Misstöne, allein das Zögern von Angela Merkel war schon zuviel. Wird am Ende Deutschland womöglich noch vom proeuropäischen Kurs abweichen? Für die Empfänger von Transferzahlungen aus der EU kann jetzt das “Zittern” losgehen. Dabei kann man der Bundeskanzlerin vieles vorwerfen, aber nicht, dass sie zu wenig pro-europäisch eingestellt wäre. Allerdings ist jetzt wieder Wahl-Kampf in NRW, da hätten sich zu offensichtliche Finanzhilfen für Griechenland sicher nicht gut gemacht. Die Umfragewerte sagen sowieso schon eine klare Wahlniederlage für die CDU-FDP-Koalition voraus.

Im Netz dagegen sind die Reaktionen noch negativer. Wurde Merkels “Verhandlungsgeschick” noch teilweise gelobt bis bejubelt, fallen die Urteile bei Leserzuschriften und Blogbeiträgen verheerend aus.

Irgendwie konnte man vielen doch nicht vormachen, dass das Hilfspaket an Griechenland so ganz ohne deutsche Finanzhilfe auskommt.

Auf dem Blog “Kollateralschaden” heisst es z.B.:
Griechenland wird offiziell zum Entwicklungsland !

Wie der Autor richtig anmerkt, ist Deutschland natürlich indirekt doch massiv an dem Rettungspaket beteiligt:

Der mainstream bejubelt die “Eiserne” Kanzlerin – hier muß man wohl fragen, ob die mainstream-Journalisten inzwischen komplett verblödet sind. Deutschland trägt 27% der Hilfen – an welche Voraussetzungen die auch immer gekoppelt sind.

Jetzt konnte man sich doch noch einig werden. Die Euro-Zone hat sich auf einen Finanzierungsmechanismus für Griechenland verständigt, bei der im Notfall der Internationale Währungsfonds (IWF) und die Mitgliedstaaten der Euro-Zone mit bilateralen Krediten aushelfen werden.

Vgl.
Handelsblatt: Euro-Zone beschließt Notfallplan für Athen
Spiegel: Euro-Länder schließen Rettungspakt für Athen

In den Tagesthemen (ARD) wird aber schon “beruhigt”, das ganze gilt wirklich nur für den absoluten Notfall (ist klar). Und dann ist es auch nicht gesagt, dass wir am Ende wirklich einen Euro verlieren werden – das ganze würde dann ja als Schulden gezahlt und die würden ja normalerweise zurückgezahlt. Na dann…

Lustigerweise werden gerade diese Garantien die Finanzmärkte wohl zunächst beruhigen. Und dann kann Griechenland erstmal weiter regulär seine Staatsanleihen loswerden und seine Schulden refinanzieren. Was passiert aber, wenn die Psycho-Tricks der Politik nicht mehr ausreichen?

Die Bundesregierung hatte ja schon zu Beginn der Finanzkrise einen drohenden Bank-Run verhindert, indem man die Guthaben der Sparer (mit unserem eigenen Steuergeld! und natürlich nur bis zu einer gewissen Höhe) garantiert hatte. Und anstatt nun noch schneller sein Geld von den Konten abzuheben, haben sich fast alle wieder beruhigt.

Die Lage für Griechenland bleibt weiter angespannt. Angela Merkel hat in der Diskussion um Finanzhilfen für Griechenland den Internationalen Währungsfond ins Spiel gebracht und damit Hilfen von der EU in Frage gestellt. Die Folge waren eine gestiegene Verunsicherung unter den Investoren, ein fallender Euro und anziehende Kurse für Kreditderivate auf griechische Staatsanleihen.

Vgl.
FTD: “Gefechtskehrtwende” verschreckt Investoren

Nun hoffen die Griechen auf den IWF. Lt. Medienangaben überlegt man, schon zu Ostern beim IWF vorstellig zu werden.

Der IWF dagegen sieht die Europäer in der Pflicht und erwartet von der EU eine interne Lösung.

Vgl.
N-tv: Griechen pokern um EU-Hilfen