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Artikel-Schlagworte: „Staatsbankrott“

Spanien:

SPIEGEL: Ratingagentur S&P stuft auch Spanien herab

Portugal:

Handelsblatt: SOS aus dem Armenhaus Europas

Griechenland:

SPIEGEL: Staatspleite-Szenario – Griechen-Krise lässt Weltbörsen taumeln

Handelsblatt: Spitzentreffen in Berlin – Angst vor Flächenbrand drängt Athen-Retter zur Entscheidung

Warum musste es überhaupt soweit kommen, dass man jetzt in Panik reagieren muss?

Handelsblatt: Deutsche Banken fürchten den „Hair-Cut“

Medien-Kritik:

Mein-Parteibuch.com: Kriegshetze in der Tagesschau gerät zur zynischen Satire

=> bezieht sich auf: Tagesschau: Kommentar zum Afghanistan-Rückzug: “Sofort raus” ist kein vernünftiges Konzept (von Ulrike Bosse, NDR) mit interessanten Kommentaren unter dem Artikel

USA:

Wirtschaftsfacts.de: US-Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe zeigen Realität am Jobmarkt (das sieht nicht gut aus)

Internet:

Netzpolitik.org: Failed state USA: Censilia und die Meldestellen

re:publica 2010 (Blogger-Konferenz, 14.-16.04. in Berlin)

dazu: TAZ: Wo Blogger übers Bloggen bloggen (liest sich teilweise wie ein Bericht über die ungeliebte “Konkurrenz”)

Frankreich:

Saarbrücker Zeitung: Riesen-Lücke in Frankreichs Rentenkasse

PIGS-Staaten:

FTD: Pleite-Angst überträgt sich auf Portugal und Spanien

China:

FTD: Warum Chinas Wirtschaft so stark wächst (die chinesische Volkswirtschaft zwischen Boom und Absturzgefahr)

Bankenkrise:

Handelsblatt: HSH Nordbank fürchtet ihre faulen Kredite

Griechenland:

Handelsblatt: Bert Flossbach im Interview:”Griechenland muss pleitegehen”

Focus: Griechenland bittet um neue Gespräche mit EU und IWF

Frühjahrsgutachten:

SPIEGEL: Wirtschaftsforscher zerpflücken Steuerpläne der Koalition

Island Vulkanausbruch:

SPIEGEL: Vulkanasche-Wolke stoppt Flüge über Europa

Welt: Frankfurter Airport soll für Heathrow einspringen

Handelsblatt: Eurocontrol schließt Teile des deutschen Luftraums

Gerade zwei Wochen, nachdem sich die europäischen Regierungschefs auf einen Nothilfsplan für Griechenland geeinigt haben, verlieren die Märkte erneut das Vertrauen in Griechenland. Nachdem die Griechen Medienberichten zufolge Korrekturen am Rettungsplan seitens der EU gefordert haben, verkaufen Investoren wieder vermehrt griechische Staatsanleihen.

Die Kurse der drei großen Bonds, die die Regierung in Athen seit Januar herausgegeben hat, sind schon unter ihre Ausgabepreise gefallen. So wird es für das Land immer schwerer, seine Schulden über neue Staatsanleihen zu refinanzieren. Immerhin 32 Mrd. Euro muss Griechenland dieses Jahr noch an den Bondmärkten platzieren.

Weil die Nachfrage nach neuen griechischen Anleihen schon zuletzt spürbar zurückgegangen ist, suchen die Griechen jetzt anscheinend nach neuen Investoren. Regierungsvertreter wollen angeblich in zwei Wochen mit einer Roadshow in den USA auf Tour gehen, um fünf bis zehn Milliarden Dollar einzusammeln.

Quelle:
Handelsblatt: Märkte verlieren das Vertrauen in Griechenland

Gleichzeitig geraten griechische Banken an zwei Fronten so langsam  in Bedrängnis. Während sie zuletzt vermehrt in griechische Staatsanleihen investierten und von deren Kursverläufen abhängig sind, scheint jetzt die Bevölkerung ihr Vertrauen in die Regierung und das Finanzsystem soweit verloren zu haben, dass sie ihre Ersparnisse im großen Stil von ihren Bankkonten abheben.

Im Januar und Februar hoben sie nach Zahlen der heimischen Notenbank unter dem Strich acht Milliarden Euro von ihren Konten ab. Das entspricht vier Prozent der Wirtschaftsleistung des Landes. “Solche Aktionen kennen wir normalerweise nicht aus Industriestaaten, sondern nur von Bankenkrisen in Schwellenländern wie Argentinien”, sagt Ulrich Leuchtmann von der Commerzbank, die das Phänomen in einer Studie beleuchtet. Die Griechen hätten ihre Einlagen erstmals seit dem Beitritt zur Währungsunion vor knapp zehn Jahren reduziert.

Wenn sich das schwindende Vertrauen in Panik verwandelt, kann es zu einem regelrechten Bankrun kommen. Und dann droht in Kürze die Insolvenz von griechischen Banken. Und die Griechen können wohl kaum ihre Finanzinstitute so auffangen, wie das z.B. in Deutschland geschehen ist. Eine verheerende Kettenreaktion kann die Folge sein und der worst case des Staatsbankrotts schneller eintreten, als viele befürchtet haben.

Quellen:
Sueddeutsche.de: Banken in Bedrängnis – Griechen plündern ihre Konten
FTD: Griechenland-Angst erreicht neuen Höhepunkt

Wie verschiedene Medien berichten, will Griechenland den gerade von den EU-Regierungschefs ausgehandelten “Nothilfeplan” korrigieren. Die Bedingungen des IWF werden als zu hart bewertet, die Griechen wünschen sich stattdessen direkte und bedingungslose Hilfe der EU-Länder.

Ein Einschalten des Internationalen Währungsfonds im Notfall soll unbedingt vermieden werden. Sonst würden von seiten des IWF Bedingungen drohen, deren Umsetzung soziale und politische Unruhen hervorrufen könnten. Stattdessen setze man auf einen Rettungsplan mit klarerem europäischem Schwerpunkt ohne IWF-Beteiligung.

Nach einem anderen Medienbericht plant man Ende April in den USA eine milliardenschwere Anleihe aufzulegen. Dabei wolle man zum ersten Mal als Schwellenland auftreten, fünf bis zehn Milliarden Dollar einnehmen und so die Ausgaben im Mai mitfinanzieren.

Quellen:
Handelsblatt: Griechenland will IWF umgehen
Zeit: Griechenland will IWF-Hilfe vermeiden

Im Interview mit Focus Money erklärt Hans-Werner Sinn, Präsident des Ifo-Instituts, warum Athen den Euro eine zeitlang abgeben sollte, woher Hilfe kommen kann und warum Deutschland erpressbar ist:
Focus Money: „Das Griechen-Drama wird schrecklich enden“

Sinn hält die Lage in Griechenland für dramatisch. Es gibt nicht nur ein großes Loch im Staatshaushalt sondern auch ein großes Defizit im Außenhandel. Allein im Jahr 2008 betrug dieses Defizit 38 Milliarden Euro oder 16 % des Bruttoinlandsprodukts (BIP).

Für Sinn handelt es sich hier um eine griechische Tragödie. Für den Ausgang sieht er drei Möglichkeiten.

1. Man schenkt Griechenland das benötigte Geld einfach.

2. Griechenland geht in eine scharfe Depression mit sinkenden Preisen und Löhnen, bis es seine Wettbewerbsfähigkeit wieder erhöht hat.

3. Griechenland tritt aus dem Euro aus, führt eine eigene Währung ein und wertet diese ab, wobei gleichzeitig ein Schuldenmoratorium erklärt wird.

Die erste Variante hält Sinn aber für nicht praktikabel, da man dann in Kürze weitere Staaten auf die selbe Weise finanziell stützen müsste. Griechenland ist ja nicht das einzigste Land in der EU, das in finanziellen Schwierigkeiten steckt.

Aber auch die zweite Möglichkeit sei schrecklich, das könnte das Land bis an den Rand des Bürgerkrieges führen. Soziale Unruhen hat man dort ja auch schon gesehen.

Aber auch die dritte Variante, an die anscheinend für Sinn kein Weg vorbei führt, wäre schlimm. Die Euro-Zone würde nicht nur ein Mitglied verlieren, es müssten natürlich auch alle Gläubiger Griechenlands zum Teil ihre Forderungen komplett abschreiben. Allein die deutschen Banken sollen aktuell 32 Milliarden Euro an griechischen Staatspapieren halten.

Interessant ist auch diese Aussage von Sinn:
“Man muss allerdings schnell und überraschend handeln, auf der Basis von Bilanz- und Vermögenspositionen eines bereits zurückliegenden Zeitpunktes. Der Internationale Währungsfonds (IWF), dem ich die akute Rettung Griechenlands anvertrauen würde, hat viel praktische Erfahrung, wie so etwas zu geschehen hat. (…)
Für den IWF spricht auch, dass es so oder so erhebliche Proteste in Griechenland geben wird, wenn man dem Land nicht immer wieder mit Geschenken hilft. Es ist besser, wenn sich der Zorn gegen den IWF richtet als gegen uns.”

Es kann also im Zweifel ganz schnell gehen, von heute auf morgen, vielleicht auch über ein paar Feiertage, wo die Geschäfte und Banken geschlossen haben?

Gerüchte, es könnte bald einen Austritt Griechenlands aus dem Euro-Raum geben, gibt es schon länger und wird in verschiedenen Foren diskutiert.
Vgl. z.B. hier:
DasgelbeForum: Gewagte (?) These: Griechenland wird über Ostern auch den Euro abgeben

Die Lage für Griechenland bleibt weiter angespannt. Angela Merkel hat in der Diskussion um Finanzhilfen für Griechenland den Internationalen Währungsfond ins Spiel gebracht und damit Hilfen von der EU in Frage gestellt. Die Folge waren eine gestiegene Verunsicherung unter den Investoren, ein fallender Euro und anziehende Kurse für Kreditderivate auf griechische Staatsanleihen.

Vgl.
FTD: “Gefechtskehrtwende” verschreckt Investoren

Nun hoffen die Griechen auf den IWF. Lt. Medienangaben überlegt man, schon zu Ostern beim IWF vorstellig zu werden.

Der IWF dagegen sieht die Europäer in der Pflicht und erwartet von der EU eine interne Lösung.

Vgl.
N-tv: Griechen pokern um EU-Hilfen

Das Magazin “Focus Money” hat Thomas Mayer, Chef-Volkswirt der Deutschen Bank, zum Thema Finanzkrise interviewt.

Für ihn ist die Finanzkrise nicht ausgestanden, was nicht nur an Griechenland sondern auch an anderen Ländern liegt, um die es seiner Meinung nach nicht viel besser steht.

Bei einem Staatsbankrott Griechenlands würde es zu weiteren schweren Turbulenzen an den Kapitalmärkten kommen. Beim Absturz der griechischen Anleihen, würden die Anleihen anderer Länder, wie z.B. Spanien oder Portugal, mit fallen. Das kann bis zum Zusammenbruch des Anleihenmarkts gehen. Die Aktienmärkte würden dann natürlich auch massiv unter Druck geraten.

Mayer spricht sich für einen “Europäischen Währungsfond” (EWF) aus, damit man eine Institution bekommt, die einen geordneten Staatsbankrott innerhalb der EU abwickeln kann. Der EWF könnte als Schutzschild zwischen dem Kapitalmarkt und der Wirtschaft des bankrotten Euro-Lands fungieren.

Mehr unter:
Focus Money: Finanzmärkte: “Die Inflation wird kommen”

Die Rettung der maroden Banken war sehr teuer für die Industriestaaten. Daher fürchten Investoren als Folge kommende Staatspleiten, v.a. im südeuropäischen Raum. Griechenland wäre dann nur der Anfang gewesen.

Aber auch die stark anwachsende Schuldenlast der USA bereitet den Investoren Sorgen. Die Probleme der Finanzkrise werden noch über Jahre die Märkte beschäftigen, einige Investoren rechnen sogar mit dem schlimmsten.

Mehr dazu unter:
Handelsblatt: „Die finale Krise steht erst noch bevor“

Wie u.a. das Handelsblatt und der SPIEGEL berichten, sollen sich die Euro-Länder auf ein milliardenschweres Hilfspaket für das hochverschuldete Griechenland verständigt haben. Dabei soll die Bundesregierung eine entscheidende Rolle bei den Verhandlungen gespielt haben.

Wie der britische “Guardian” und die französische “Le Monde” berichten, wolle man am Montag in Brüssel über Maßnahmen von bis zu 25 Milliarden Euro beraten, die allerdings nur im Notfall eingesetzt werden sollen.

Mehr unter:
SPIEGEL: EU-Hilfspaket für Griechenland ist fast fertig
Handelsblatt: Griechenland kann auf Hilfe der Euro-Länder zählen

In einem anderen Artikel wird allerdings von der EU-Kommission dementiert, ein milliardenschweres Hilfspaket für Griechenland beschlossen zu haben:
SPIEGEL: EU-Kommission dementiert Bericht über Milliardenpaket für Griechenland

Erst die nächsten Tage werden da wohl endgültige Klarheit bringen.

Am Mittwoch hat das US-Finanzministerium die Daten zum US-Bundeshaushalt für den Februar veröffentlicht.

Danach betrug das US-Haushaltsdefizit im Februar 221 Mrd. Dollar und lag damit 14% höher als im Vorjahresmonat.  Die Ausgaben stiegen um 17 % auf 328 Mrd. Dollar, während die Einnahmen zum ersten Mal im Jahresvergleich seit April 2008 wieder anzogen auf 107,5 Mrd. Dollar.

Für das ganze Jahr wird ein Rekorddefizit von 1,56 Billionen Dollar nach einem Minus von 1,42 Billionen Dollar im vergangenen Jahr erwartet.

Schuld für das erneute Rekorddefizit sind dem Weißen Haus zufolge die Rettungspakete des Staates im Kampf gegen die Rezession.

Quellen:
Die Presse.com: US-Defizit erreicht Rekordwert von 220 Milliarden Dollar
RP: Loch im Staatshaushalt der USA erreicht neue Rekordgröße
boerse.de Eilmeldung: US-Haushaltsdefizit beläuft sich im Februar auf 221 Mrd. Dollar

Und wer soll diese Schulden alle bezahlen am Ende? Die Halter der dann wertlosen Staatsanleihen?