Artikel-Schlagworte: „Währungsreform“
Immer häufiger und deutlicher wird jetzt auch in den Mainstream-Medien vom Ende des Euros gesprochen. Inzwischen wird nicht nur zaghaft gefragt, ob der Euro auseinanderbrechen könnte. Es gibt jetzt schon Autoren, die eindeutig vom Ende des Euros in den nächsten Jahren ausgehen.
Heute gibt es auf SPIEGEL Online ein Streitgespräch zwischen den Wirtschaftswissenschaftlern Peter Bofinger und Stefan Homburg über die aktuelle Euro-Krise und Auswege daraus. [1]
Stefan Homburg vertritt dabei die Position des Euro-Kritikers, Peter Bofinger die des Euro-Befürworters.
Lt. einer Umfrage von Infratest dimap für das ARD-Morgenmagazin stehen immer noch 60% der Bundesbürger zum Euro, nur 36% hätten gern die Wiedereinführung der D-Mark. [1]
Nun wäre in dem Zusammenhang ja interessant, wie niedrig der Anteil der Euro-Gegner war, als es noch keine Euro-Krise gab. Immerhin sind 36% auf die Gesamtbevölkerung bezogen schon relativ viel, dafür dass die meisten Medien noch eine Pro-Euro-Stimmung verbreiten.
Schließlich wird in der Umfrage noch das Ergebnis aufgespaltet nach einem hohen und niedrigen Schulabschluss. Angeblich war der Anteil bei niedrigem Schulabschluss wesentlich höher (49% pro, 48% anti D-Mark) als bei einem hohen Abschluss (17% pro, 80% anti D-Mark).
Das Signal davon ist natürlich klar: nur die “Ungebildeten” kommen auf die “abwegige” Idee, gegen den “tollen” Euro zu sein. Dabei wird der Bildungsstand natürlich nur vereinfacht am Schulabschluss festgemacht. Ob die Befragten sich in der Problematik auskannten oder nicht, sich möglichst breit und aus verschiedenen unabhängigen Quellen informiert haben oder nicht, wird daraus natürlich nicht ersichtlich.
Dabei könnte man das ganze auch umgekehrt sehen: Obwohl die Euro-Krise immer mehr in den Medien thematisiert wird, die Auswirkungen auch immer offener besprochen werden (z.B. Entwicklung der EU zu einer Transferunion) und auch die Stimmen der Euro-Kritiker immer lauter werden (siehe z.B. “Hartaberfair” in der ARD diese Woche), ist immer noch eine Mehrheit der Bevölkerung gegen die Wiedereinführung der D-Mark.
Wobei das ja nicht bedeuten muss, sie sind FÜR den Euro. Selbst Hans-Olaf Henkel sagt ja, die Wiedereinführung der D-Mark sei nur “dritte Wahl”. Insofern ist die Aussage, 60% der Bundesbürger stehen zum Euro, schon etwas gewagt.
Online sieht die Stimmenverteilung dagegen etwas anders aus. In der Umfrage zum zugehörigen Artikel auf Welt Online sind aktuell nach 542 abgegebenen Stimmen 78% pro D-Mark. [2]
Update: Auf DasGelbeForum gibt es dazu noch einen interessanten Hinweis: [3]
Ein kurzer Kommentar zum anscheinend “niedrigen” Bildungsabschluss vieler die die D-Mark zurückhaben wollen. Die ältere Generation weist “zufälligerweise” eine nahezu “überraschende” Ähnlichkeit mit denen auf, die nur einen Hauptschulabschluss besitzen.
Quellen:
[1]: ARD-DeutschlandTrend: Die meisten Deutschen stehen zum Euro
[2]: Welt: Die Mehrheit der Deutschen steht hinter dem Euro
[3]: DasGelbeforum: “DM zurück” – es könnte am Alter liegen
Deutschland:
Handelsblatt: Stuttgart 21: Geißler hält Schlichtung für unmöglich (Es wäre auch ein Wunder gewesen, bei dermaßen konträren Positionen.)
Europa:
SPIEGEL: Finanzexperten fürchten den D-Mark-Alptraum (Erstaunlich, so ein großer Aufmacherartikel auf SPIEGEL Online. Und natürlich wird dagegen angeschrieben, wie schlimm das doch wäre. Nicht dass die Leute noch mehr ihre gute alte D-Mark zurück haben wollen? Wenn der SPIEGEL das schon so betont, ist die Währungsreform in D vielleicht doch schon relativ nahe?)
Welt: EU droht zu gigantischer Transferunion zu mutieren (Wenn der Rettungsschirm zur Dauersubvention wird, müsste lt. einer Berechnung Deutschland mindestens 20 Milliarden Euro zahlen im Jahr. Aber das dürfte noch optimistisch gerechnet sein.)
Korea-Krise:
FTD: Pulverfass Gelbes Meer – China kritisiert geplantes US-Seemanöver (Das wird immer mehr zu einem Pulverfass, das jederzeit hochgehen kann – mit unabsehbaren Folgen für alle Beteiligten.)
Infokriegernews: Die Welt am Rande eines Atomkrieges (Die Krise auf der koreanischen Halbinsel könnte tatsächlich zu einem atomaren “Flächenbrand” ausarten.)
Deutschland:
Hartgeld.com: Informationen Währungsreform Deutschland (Aktuell wird auf Walter Eichelburgs Hartgeld-Portal wieder auf eine kurzfristige Währungsreform in Deutschland spekuliert. Infokriegernews sieht das allerdings anders. Wahrscheinlich kommt so etwas eines Tages – vielleicht genau dann, wenn keiner gerade damit rechnet.)
FTD: Kochs Berufung bringt Bilfinger-Aktie zum Absturz
TAZ: Nach “Stuttgart 21″-Polizeieinsatz – Demoopfer fühlen sich eingeschüchtert (Vier der schwerverletzten Opfer des massiven Polizeieinsatzes Ende September haben am Donnerstag Klage gegen das Land Baden-Württemberg eingereicht. Einer von ihnen bekam einen Tag zuvor Besuch von drei Polizisten, von denen er sich unter Druck gesetzt fühlte.)
Europa:
FTD: Europas Schuldenkrise – Portugal hofft auf Rettung aus China (China stellt Käufe portugiesischer Staatsanleihen in Aussicht.)
FAZ: Streit über EU-Haushalt – Cameron und Merkel wollen Ausgaben begrenzen (Auf dem EU-Gipfel ist ein heftiger Streit über den Haushalt 2011 entbrannt.)
Welt: Gipfel-Krach – Eklat um EU-Haushalt – Länder drohen mit Blockade
Wirtschaftsfacts: Griechenland “rockt” Märkte erneut (Griechenlands Probleme werden immer größer.)
Deutschland:
SPIEGEL: Merkel schwört Kabinett auf harten Sparkurs ein (Mal sehen, wie das jetzt beim Wahlvolk ankommt.)
Handelsblatt: Regierung kappt Elterngeld und Sozialzuschüsse
FTD: Regierung will Sozialausgaben drastisch kürzen
N-TV: Freiheitskämpfer oder Parteisoldat – Geschacher ums Präsidentenamt
G20-Gipfel:
Handelsblatt: G20-Staaten attackieren deutsche Sparwut
Ungarn:
Telepolis: “Pleite 2.0″ (Ungarn hat trotz Aufsicht durch den IWF falsche Daten an die EU geliefert.)
Großbritannien:
Focus: Cameron kündigt Jahre des Leidens an
Währungsreform:
Focus-Titelstory vom Montag: Was passiert bei einer Währungsreform? (Sowas wird also nicht nur auf hartgeld.com diskutiert. )
Hans-Olaf Henkel, ehemaliger Chef des BDI, hat jetzt in einem Interview mit Bloomberg TV erstaunlich offen von aktuellen Diskussionen über die Euro-Rettung und möglichen Alternativen geäussert. [1]
Hier ist ein O-Ton-Ausschnitt aus dem Interview:
Henkel: „Well, of course the government said that they didn’t have an alternative. I don’t belive it. Many people belive that there are two additional alternatives.
One was to insist that Greece leaves the Union.
And there was another alternative which is now being discussed in close circles – not publicly very much – but there are some people who say that Germany should leave the currency union.“
Es wird also schon in „geschlossenen Kreisen“ darüber diskutiert, ob Deutschland den Euro-Raum verlassen sollte. Jetzt müsste man nur noch wissen, ob auch Politiker oder zumindest einflussreiche Lobbyisten in diesen Kreisen verkehren. Die Wahrscheinlichkeit dafür ist sicher sehr groß.
Quelle:
[1]: Bloomberg: Henkel Says Germans Feel `Betrayed’ by Merkel Over Euro
Deutschland:
SPIEGEL: Hessens Regierungschef – Ministerpräsident Koch tritt zurück
Welt: CDU-Politiker – Ministerpräsident Koch legt alle Ämter nieder
Handelsblatt: Warum der Koch-Rückzug Merkel schaden wird
Währungsreform:
Handelsblatt: „Deutschland sollte die D-Mark wieder einführen“
Spanien:
FTD: Staatspleiten – IWF zweifelt an Spanien
Wirtschaftsfacts: Politik drängt Spaniens Zombiebanken zu Fusionen
USA:
Telepolis: Mehr geheime Missionen – Im Nahen und Mittleren Osten sollen amerikanische Special Forces verstärkt Operationen vorbereiten.
Börsen:
SPIEGEL: Dax-Verluste – Spanien-Ängste drücken Europas Börsen ins Minus
Welt: Finanzkrise und Korea-Konflikt – Europäische Börsen brechen ein, Euro unter Druck
Euro:
Handelsblatt: Euro-Krise: Der Euro auf Achterbahnfahrt (Zwischendurch lag der Euro schon bei nur 1,2237 Dollar, so tief wie zuletzt vor vier Jahren. Dann stieg er aber wieder. Von Beruhigung an den Märkten kann man wohl trotz aller Rettungspakete und Sparideen nicht sprechen.)
FTD: Wenn der Euro nur noch 1 Dollar wert wäre…
Gold:
FTD: Run auf Münzen – Deutschland im Goldrausch (Anscheinend kommt es schon vielerorts zu längeren Wartezeiten, die Prägeanstalten kommen kaum noch nach. Und das trotz des gestiegenen Goldpreises. Da sieht man gut, wie sehr das Vertrauen in unser Währungs- und Finanzsystem schon gelitten hat.)
Währungsreform / Rückkehr zur DM:
Handelsblatt: Angst um den Euro: Rückkehr zur D-Mark wäre ökonomische Katastrophe (Alles hat Vor- und Nachteile, aber manches ist eben – wie Angela Merkel so gern sagt – “alternativlos”. Sollte der Ausstieg aus dem Euro einfach der letzte Ausweg sein, werden wir mit möglichen Nachteilen davon leben müssen.)
Welt: Schwacher Euro wird die Deutschen bald belasten (Wie gesagt, alles hat Vor- und Nachteile. Die Frage ist nur, was hat für wen die meisten Vorteile?)
Euro:
SPIEGEL: Euro-Krise – Früherer Bundesbankchef zerpflückt Rettungsplan
Handelsblatt: EZB-Präsident Trichet: „Schwierigste Situation seit dem Zweiten Weltkrieg“
FTD: Börsenausblick – Der Euro wird weiter schwächeln
Bundesregierung:
SPIEGEL: Spartipps für die Kanzlerin – Koch ignoriert Merkels Machtwort
Welt: CSU-Chef – Seehofer ärgert sich über Westerwelle und Koch
Handelsblatt: Debatte um Kürzungen: Sparkurs wird zum Schwarzer-Peter-Spiel
Datenschutz:
SPIEGEL: W-Lan-Mitschnitte – Google gesteht Datenpanne bei Street View
Heise: Google stoppt Sammlung von WLAN-Daten
Derivate:
FTD: Fragwürdige CDS-Geschäfte – Massachusetts knöpft sich Deutsche Bank vor
Währungsreform:
Neues aus Hammelburg: Währungsreform – D-Mark-2 – an Pfingsten oder Mariä Himmelfahrt? (Der Autor hält eine kurzfristige und schnelle Währungsreform in D für eher unrealistisch.)
Auf hartgeld.com wird dagegen weiter spekuliert, ob und wann denn nun die Einführung der neuen DM kommt: Hartgeld.com: Informationen Währungsreform Deutschland
Immerhin ist die “Gerüchteküche” aktuell sehr interessant, angeblich drohte sogar der französische Präsident Sarkozy mit dem Austritt Frankreichs aus dem Euro:
Welt: Sarkozy drohte angeblich mit Euro-Austritt
Also warum nicht auch Deutschland? Nur haben wir noch eine Kanzlerin, der sowas eigentlich nicht zuzutrauen ist. Aber vielleicht ihr Nach- oder Nachnachfolger?
