Lt. MMNews hat jetzt zum ersten Mal (?) ein deutscher Politiker öffentlich auf die Ursache für die ganze Finanzmisere hingewiesen: das Geldsystem. [1]
In einem Gastkommentar für die Süddeutsche Zeitung (Printausgabe) schreibt der FDP Abgeordnete Frank Schäffler: “Die Ursachen der Überschuldungskrise liegen im Geldsystem, doch dies wird von den verantwortlichen Staats- und Regierungschefs bislang nicht einmal diskutiert. / Das Schneeballsystem wird früher oder später zusammenbrechen. Wir müssen deshalb über eine neue Geldordnung nachdenken.”
Genau das stellt z.B. Prof. Senf in seinen Vorträgen zum Geldsystem auch dar: Prof. Senf: Tiefere Ursachen der Weltfinanzkrise
Nur wie sollte so ein neues Geldsystem am besten aussehen? Da gehen die Meinungen von Senf, Schäffler und anderen teilweise stark auseinander.
Schäffler sieht einen Lösungsansatz in der Zulassung von konkurrierenden Privatwährungen, die in vollem Wettbewerb zueinander stehen.
Andere befürworten stattdessen die Geldschöpfung in öffentliche Hand zu geben, wie z.B. die Monetative Initiative. [2]
Genau dagegen spricht sich aber wiederum die “Partei der Vernunft aus”, die das für ein “zum Scheitern verurteiltes Geldexperiment” hält. [3]
Welches System am Ende “das Rennen macht”, wird sich zeigen. Auch muss man erstmal die Chance bekommen, am bestehenden Geldsystem etwas zu ändern. Die Marktteilnehmer, die vom derzeitigen System profitieren, werden wohl alles dafür tun, dass sich daran nichts ändern wird.
Quellen:
[1]: MMNews: FDP-Politiker: Ursache der Krise liegt im Geldsystem
[2]: Monetative: Geldschöpfung in öffentliche Hand
[3]: Partei der Vernunft zu Monetative: Ein zum Scheitern verurteiltes Geldexperiment
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Wie gesagt, die Meinungen über die Lösung der Probleme gehen auseinander, da konkurrieren verschiedene Ideen und Ideologien miteinander. Selbst bin ich da auch noch unentschieden.
Bernd Senf als Wichtigtuer beschimpfen, halte ich aber für unangebracht. Schließlich trägt dieser auch mit zur Aufklärung der Ursachen der Finanzmarktkrise bei. Dass die Ideen vom ein oder anderen Autor mal nicht mit der eigenen übereinstimmt, sollte nicht wundern.
Ich fände es besser, man würde untereinander den Dialog suchen, auch wenn man von unterschiedlichen Ansätzen herkommt. Nur mit einer konstruktiven Diskussion können wir vielleicht irgendwann zu einem neuen besseren System kommen – in der Theorie.
Wie man das in der Praxis dann umsetzt, ist noch eine ganz andere Frage.
Wichtigtuerei
Der “Nebel um das Geld”, den ein gewisser Bernd Senf verbreitet, ist leider auch nur “Senf”:
http://www.deweles.de/files/nebel_im_senf.pdf
Und die Idee (wenn man sie so nennen darf) “konkurrierender Privatwährungen” ist ein pseudoliberaler “alter Hut”, der nicht funktioniert und wie alles andere, was von der Natürlichen Wirtschaftsordnung (echte Soziale Marktwirtschaft) abweicht, nur der Wichtigtuerei von Unwissenden gegenüber einem noch unwissenderen Publikum dient.
Eine so genannte “Privatwährung” ist ein Widerspruch in sich, denn eine Währung kann überhaupt nur dann eine Währung sein, wenn sie staatlich ist. Mehr noch: Die Währung ist der Staat!
Dass der Euro (so wie alle anderen heutigen “Währungen”) keine Währung im eigentlichen Sinn, also nicht stabil ist, liegt an einer fehlenden Umlaufsicherung und einer demzufolge auch nicht durchführbaren, direkten Geldmengensteuerung (siehe Anlage S. 11-12 “Das Dauergeld verhindert eine Festwährung”):
http://www.deweles.de/files/merkel_100215.pdf