In der aktuellen Diskussion wird immer wieder die Frage gestellt, wie es nur zur Finanzkrise kommen konnte. Es wird sich beklagt über die Gier der Manager, die Gier der Anleger und Hedgefonds. Aber das allein ist nicht alles, denn die Gier nach möglichst hohen Renditen gab es eigentlich schon immer. Oder hätte man sich früher schon mit weniger als möglich freiwillig zufrieden gegeben?

Im Zusammenhang mit den aktuellen Ermittlungen gegen Goldman Sachs und anderen Investment Banken kommt jetzt immer mehr ans Tageslicht. Wie Diepresse.com berichtet, gibt es bei den Ermittlungen ein erstes Zwischenfazit [1]:

Die Rating-Agenturen frisierten Bewertungen für Großkunden, und Goldman Sachs verdiente anfangs bestens am Immobilienkollaps.

U.a. wurden E-Mails gefunden, welche die Interessenskonflikte zwischen den größten Ratingagenturen und den Investment Banken offenbaren. Auf den 500 Seiten, die jetzt der Untersuchungsausschuss des US-Kongresses veröffentlicht hat, wird der Druck deutlich, unter dem schon ab 2005 die Ratingagenturen durch den starken Konkurrenzkampf standen. Allem Anschein nach nutzten das ihre Kunden, die Banken, schamlos aus und erpressten möglichst gute Ratings für ihre Finanzprodukte.

Was ein hoher Moody’s-Manager 2007 an seine Vorgesetzten schrieb, ist entlarvend: „Unsere Fehler legen nahe, dass wir entweder bei der Kreditanalyse unfähig sind oder unsere Seele dem Teufel verkauft haben, um mehr Umsatz zu machen – oder beides.“

Auch in den E-Mails von Goldman Sachs wurden die Ermittler fündig. Es konnten eindeutige Hinweise dafür gefunden werden, dass man selbst gegen(!) eigene hypothekenbesicherte Wertpapiere erfolgreich spekuliert und damit „richtig Geld“ gemacht hat. So konnte man mit Leerverkäufen mehr Geld verdienen, als man durch die Hypotheken-Krise verloren hat.

Und in einer Mail des Finanzvorstands David Viniar vom Dezember 2006 heisst es: „Lasst uns die Dinge aggressiv verteilen, also das Risiko verringern, denn der Markt wird noch stärker in Not geraten – und von den Möglichkeiten, die sich daraus ergeben, wollen wir profitieren.“

Man kann gespannt sein, welche oder ob überhaupt juristische Konsequenzen aus diesen Vorgängen den Verantwortlichen drohen werden.

Quellen:
[1]: DiePresse.com: E-Mails enthüllen Wahrheiten über die Bankenkrise


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