Ökonomen waren bisher ja optimistisch, dass die Katastrophe in Japan relativ wenige negative Auswirkungen auf die Weltwirtschaft haben würde. Jetzt beklagt aber die deutsche Industrie über zunehmende Lieferengpässe bei Hightech-Produzenten und -Händlern.

Bitkom-Präsident August-Wilhelm Scheer sagte am Montag in Berlin:“Die Nachwirkungen des Bebens, des Tsunamis und des Reaktor-Unglücks wirken sich immer stärker auf die weltweite Lieferkette im Hightech-Sektor aus.“. In Japan werden u.a. Vorprodukte und Komponenten wie Wafer, Chips oder Sensoren für die Hightech-Branche gefertigt.

Immerhin schon 17 Prozent der Hersteller und Händler meldeten aktuelle Lieferengpässe, 19 Prozent rechnen mit solchen in den kommenden Wochen und 29 Prozent während der kommenden Monaten.

Aber nicht nur Lieferengpässe sind ein Problem. Auch die Preise ziehen jetzt wegen der Angebotsverknappung immer mehr an. Hightech-Produkte im Wert von 3,4 Milliarden Euro wurden 2010 aus Japan nach Deutschland importiert.

Man muss sich jetzt also nach neuen Lieferanten Ausschau halten, nicht nur aus Kostengründen. Dennoch rechnen viele nach wie vor nicht damit, dass eine neue Wirtschaftskrise als Folge der Japan-Katastrophe droht.

Dabei dürfte noch nicht mit eingerechnet worden sein, wie langwierig die Bewältigung der aktuellen Krise in Japan dauern wird und zu welchen Kosten. Man kann heute auch noch nicht abschätzen, wie groß der Bereich sein wird, den man im Norden Japans wegen des Atomunfalls ganz aufgeben muss. Auch die Zukunft Tokios ist nach wie vor ungewiss. Sollte am Ende rauskommen, man muss auch Tokio evakuieren, dürfte Japan als Lieferant in einigen Bereichen erstmal mehr oder weniger ganz ausfallen.

Quellen:
Focus: Deutsche Industrie klagt über Lieferengpässe
Netzwelt: Japan-Unglück: Hightech-Branche mit Lieferschwierigkeiten


Ähnliche Artikel:

Kommentieren

Themen
Eingetragen bei:
Kalender
März 2017
M D M D F S S
« Feb    
 12345
6789101112
13141516171819
20212223242526
2728293031  
News Feed