Wie erwartet hat jetzt die europäische Zentralbank (EZB) den Leitzins um 0,25 Prozent auf 1,25 Prozent angehoben. Damit hat die EZB erstmals seit Juli 2008 wieder ihren Leitzins erhöht.

Der EZB-Rat um Präsident Jean-Claude Trichet beschloss die Leitzinserhöhung am Donnerstagmittag in Frankfurt. Damit will die EZB der Inflation in der Euro-Zone entgegenwirken.

Kritiker der Anhebung zum jetzigen Zeitpunkt befürchten, dass so auch der Aufschwung ausgebremst werden könnte. Schließlich wären die Risiken für die konjunkturellen Entwicklung zuletzt größer geworden. Die Atomkatastrophe in Japan, die Unruhen in Nordafrika und der daraus resultierende Anstieg des Ölpreises könnten allein schon die Konjunktur schwächen.

Auch wegen der europäischen Schuldenkrise stehen manche der Zinserhöhung kritisch gegenüber. Gerade erst hat Portugal verkündet, die Hilfe des Euro-Rettungsschirms in Anspruch nehmen zu müssen.

Wenn jetzt – wie erwartet – weitere Leitzinserhöhungen folgen, kann das schwache Staaten, Banken, aber auch private Immobilienbesitzer weiter in Schwierigkeiten bringen, die aufgrund steigender Refinanzierungskosten am Kapitalmarkt ihre Schulden nicht mehr bedienen können.

Quellen:
FTD: EZB erhöht erstmals seit der Krise die Zinsen
Handelsblatt: EZB wagt die Zinswende


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