Die europäische Zentralbank (EZB) bereitet die Märkte auf eine Erhöhung des Leitzinses in naher Zukunft vor. Bei dem steigenden Inflationsdruck sieht sich die europäische Zentralbank zum Gegensteuern gezwungen.

Beim nächsten Treffen im April sei eine Zinserhöhung möglich, verkündete EZB-Präsident Jean-Claude Trichet am Donnerstag in Frankfurt. Es sei möglich, aber noch nicht sicher.

Inzwischen liegt die Inflationsrate über dem Zielwert der EZB. Die Inflationsrisiken sind in letzter Zeit klar gestiegen, v.a. wegen der steigenden Energie- und Rohstoffpreise.

Der Wirtschaftsweise Peter Bofinger ist von den Andeutungen Trichets wenig begeistert. Für ihn käme eine Zinserhöhung im Frühling schon zu früh. Man solle lieber die konjunkturelle Entwicklung bis Sommer abwarten und dann entscheiden. Für Bofinger ist die erhöhte Teuerungsrate auch eher eine Folge von Sondereffekten wie „die Anhebung der Mehrwertsteuer in mehreren Euro-Staaten sowie der Energiepreisanstieg“. Aber das wäre nicht auf Dauer.

Nach den Äußerungen Trichets stieg der Kurs des Euro stark an.

Wer nun richtig liegt, Trichet oder Bofinger, werden die nächsten Monate zeigen. Die steigenden Rohstoff- und Energiepreise nur auf Krisen in Nordafrika zurückzuführen, ist zu kurz gedacht. Einerseits dürfte der Anstieg gerade beim Ölpreis und anderen Rohstoffen erstmal weitergehen, andererseits sind die Märkte und die Wirtschaft längst gewöhnt an die niedrigen Zinsen und davon abhängig.

Quelle:
Focus: Europäische Zentralbank signalisiert Zinserhöhung
Handelsblatt: EZB-Präsident Trichet läutet die Zinswende ein

 


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