Nach Informationen der Financal Times Deutschland hat die Finanzaufsicht Bafin die Anbieter von Lebensversicherungen aufgefordert, die Rückstellungen für einen Teil ihrer Verträge schon 2011 deutlich zu erhöhen. Sonst sei zu befürchten, dass die Anbieter Zinsgarantien an ihre Kunden nicht einhalten können. [1]

Hintergrund für diese Forderungen sollen die aktuell niedrigen Zinsen am Anleihemarkt sein. Die Erträge aus Kapitalanlagen in Anleihen könnten nach Meinung der Bafin nicht ausreichen, um die garantierten Ansprüche der Kunden abzudecken.

Man sieht hier Parallelen zu Japan in den 90er Jahren. Damals waren aufgrund zu niedriger Zinsen sechs große Lebensversicherer und mehrere kleinere Anbieter zusammengebrochen. Sie konnten gegebene Garantien an ihre Kunden einfach nicht mehr erfüllen.

Offiziell reagierte die Versicherungsbranche gelassen auf die Forderungen der Finanzaufsicht. Die notwendigen Mittel könne man aus laufenden Überschüssen begleichen, da nur ein Teil der 91,5 Millionen Lebensversicherungsverträge betroffen und zeitlich gestreckt sind. Allerdings räumte man ein, dass eine längere Niedrigzinsphase durchaus problematisch sein könnte. Dann müsste man „gesamten Bestand nachreservieren“.

Diese Pleiten in Japan sind wirklich ein warnendes Beispiel, wenn allein eine Niedrigzinsperiode diese Institute zu Fall bringen konnte. Was wird erst passieren, wenn mal ein großer Teil der Anleihen komplett ausfällt oder zumindest zum Teil abgeschrieben werden muss?

Quelle:
[1]: FTD: Sorge um Lebensversicherungen


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