Immer weiter stieg der Goldpreis die letzten x Monate, von einem Rekordwert zum nächsten. Jetzt wird in einem Artikel der Berliner Zeitung diskutiert, dass der Höhenflug des Goldes bald enden könnte. [1]

Zuerst gibt der Autor zu, dass sich der Goldpreis seit der Jahrtausendwende auf einem spektakulären Höhenflug befindet. Im Gegensatz zu Aktien waren mit Gold beim richtigen Einstiegskurs Traumrenditen zu erzielen.

Auch 2010 ging es mit dem Goldpreis weiter steil nach oben. Gold stieg in dem Zeitraum immerhin um über 25 Prozent. Dabei war die Sorge vor Inflation Preistreiber, was auch für den Autor klar ist – bei der gleichzeitig stattgefundenen Ausweitugn der Geldmenge im Wirtschaftskreislauf.

Die meisten Experten sollen auch nach wie vor optimistisch eingestellt sein für die zukünftige Entwicklung des Goldpreises. Das Investitionsumfeld für Gold ist einfach sehr günstig gerade. Da die anderen Anlageklassen zuletzt durch sehr geringe Verzinsung (Anleihen + Festgeld) oder durch Crashs (Aktien) unattraktiv erscheinen, setzen viele aus der Not heraus auf das Gold als Anlage.

In manchen Prognosen erwartet man sogar einen Preisanstieg bis auf 5000 Dollar pro Unze. Das wäre wie schon vorher einmal von 1970 bis 1980 die Verzwanzigfachung des Preises – vom Tiefststand davor gerechnet.

Andere Analysten sehen die Zukunft des Goldpreises pessimistischer. Falls das weltweite Wirtschaftswachstum nachlässt, könnte das auch eine Korrektur des Goldpreises nach unten auslösen. Auch wieder steigende Anleihenzinsen könnten den Goldpreis nach unten drücken.

Eine weitere Gefahr gehen angeblich von möglichen Verkäufen der Goldbestände von Zentralbanken aus. Aber selbst diese ‚Pessimisten‘ rechnen kurzfristig auch noch mit steigenden Goldpreisen.

Neben der relativ stagnierenden Goldpreisentwicklung in der Zeit vor Aufhebung des Goldstandards, was wohl nicht mit der heutigen Situation an den Finanzmärkten vergleichbar ist, weist der Autor schließlich auch noch darauf hin, dass anders als z.B. beim Silber Gold von der Industrie kaum gebraucht wird. Einzig die Schmuckbranche ist natürlich ein Abnehmer. Und so könne man mit Gold nicht von einem weiteren Konjunkturaufschwung profitieren.

Daher rät er am Ende für einen maximalen Anteil von 5 bis 10 Prozent von der gesamten Anlagesumme in Edelmetallen. Da ist natürlich etwas Wahres dran. Man sollte ja nie alles auf eine ‚Karte‘ setzen. Außer man spekuliert eben bewusst auf einen weiter steigenden Goldpreis – und kann im Zweifel eine Kurskorrektur finanziell verschmerzen.

Wieviel % der Anlagesumme in Edelmetallen nun Sinn machen, hängt auch vom Ziel des Anlegers ab. Und davon hängt auch ab, inwiefern die Argumente des Autors hier für einen relevant sind. Will man mit der Investition in Gold kurz- oder mittelfristige Kursgewinne einstreichen? Oder will man damit nur sein Geldvermögen gegen einen Systemkollaps versichern?

Denn auf eins ist der Autor hier gar nicht eingegangen: was passiert, wenn es doch zu einer „Kernschmelze“ im Finanzsystem kommt? Ein Systemkollaps, der lt. Aussagen von Politikern schon im Herbst 2008 ernsthaft gedroht hat? Dann würde der reelle Wert vom Gold nicht auf 0 fallen, Papier-Geld kann dagegen durchaus zum größten Teil seinen Wert verlieren – nicht nur durch die hier angesprochene mögliche hohe Inflation. Auch eine Währungsreform ist nach wie vor überall möglich.

Und für die Absicherung des Vermögens über z.B. xx Prozent in Gold und Silber ist es erstmal egal, wie sich die Kurse kurz- und mittelfristig entwickeln. Wer dagegen auf kurzfristige Kursgewinne setzen will, steht auch bei Gold vor dem gleichen Problem wie bei jeder anderen Anlageform: der genaue Kursverlauf in den nächsten Tagen, Wochen  und Monaten lässt sich sowieso nicht genau vorhersagen. Aber immerhin sind die meisten ‚Experten‘ für den Goldpreis kurz- und mittelfristig noch optimistisch.

Quelle:
[1]: Berliner Zeitung: Goldene Zeiten


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3 Kommentare zu „Gold: Ist der Hohenflug bald vorbei?“

  • top sagt:

    …ja, das „moderne Goldverbot“…

    Wie das aussieht ?

    1. Man lasse gierige Goldaufkäufer auf die Massen los, diesen dann das letzte Edelmetall zum absoluten Spottpreis abkaufen, wer ein wenig genauer hinsieht, sieht schon die Gier des Sprechers im Fernsehspot…

    Anm: Hätten wir eine Blase, würde jeder „Experte“ „kaufen-kaufen“ schreien, aber das Gegenteil ist ja der Fall, soviel nur zur psychologischen Seite.

    2. Man verunsichere die Masse immer und stetig, hebe ermahnend den Zeigefinger und schürt die Angst vor einem „Absturz“.

    Allein das reicht, um den kleinen Maxi von Edelmetallen abzuhalten, noch !

    Wenn jedoch der große Abverkauf der Bonds hereinbricht – und das wird nächsten Jahr sein – dann gibt es als letzten „sicheren Hafen“ nur noch die Edelmetalle…

    Genau das war im Jahr 2008 ( bei den großen Kurseinbrüchen von Gold und Silber ) anders, denn da hat man noch die Staatsanleihen als „sicheren Hafen“ gesehen, das ist nun vorbei…

    Um’s mal mit den Worten unserer allseits gehaßten IM ERIKA zu sagen: „Edelmetalle sind alternativlos !“

  • golle sagt:

    An deiner Stelle würde ich andere Medien nutzen. Absoluter Blödsinn was die da schreiben. Selten soviel Mist gelesen.

  • Markus sagt:

    Die Krisenzeit rückt immer weiter vor……das Fiat-Money wird immer mehr……Edelmetallpreise werden künstlich unten gehalten ….und vieles mehr
    Wie soll ein Höhenflug enden, wenn er noch nicht einmal richtig begonnen hat ?????

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