Wie das Handelsblatt berichtet, befürchten Experten, dass die Finanzkrise Griechenlands auch andere unsichere Staaten in der EU in Zahlungsprobleme bringen könnte. Dadurch wird die europäische Währungsunion weiter gefährdet. Aber auch deutsche Banken wie die Hypo Real Estate oder die Commerzbank sind stark betroffen.

„Das Hauptrisiko für den deutschen Finanzsektor besteht in kollektiven Schwierigkeiten der PIIGS-Staaten“, (…).
Unter den PIIGS-Staaten versteht man an den Finanzmärkten Portugal, Irland, Italien, Griechenland und Spanien. Griechenland könne für solche Schwierigkeiten „möglicherweise der Auslöser sein“, schreibt das Blatt unter Berufung auf den Vermerk weiter. Deutsche Banken sollen demnach Papiere dieser Staaten im Wert von 522,4 Mrd. Euro halten, was rund 20 Prozent der gesamten Auslandsforderungen deutscher Banken entspreche. Sie seien „Hauptgläubiger in Spanien und Irland und zweitwichtigster Gläubiger in Italien“.

Die Bankenrettung war ja vom Volumen her schon grenzwertig und würde uns über Jahrzehnte allein viele Milliarden Euro Zinsen kosten. Irgendwann ist aber die Finanzkraft der öffentlichen Haushalte auch erschöpft. Und dann? Wer rettet dann die heutigen Retter?

Das mit Abstand höchste Griechenland-Portfolio habe nach Erkenntnissen der BaFin mit 9,1 Mrd. Euro ausgerechnet die Hypo Real Estate (HRE) in den Büchern. Das mittlerweile zwangsverstaatlichte Institut habe sein Engagement in diesem Land vom März bis September vergangenen Jahres um fast 50 Prozent aufgestockt – genau zu jener Zeit, als es mit erheblichen staatlichen Mitteln gestützt wurde. Die Commerzbank, an der der Bund ebenfalls beteiligt ist, soll Griechenland-Papiere im Volumen von 4,6 Mrd. Euro halten. Auch angeschlagene Landesbanken haben demnach im großen Stil griechische Anlagepapiere gekauft, die LBBW für 2,7 Mrd. Euro, die BayernLB für 1,5 Mrd. Euro.

Warum wurde so massiv dort investiert, während man schon auf staatlicher Unterstützung angewiesen war? Dachte man, Griechenland ist bestimmt besser als „Lehman Brothers“ oder wurde hier hinter den Kulissen schon ein Hilfspaket für die Griechen geschnürt?

Und am Ende müssen wir die Griechen allein deswegen retten, damit unsere Banken daran nicht pleite gehen?

Hilfen der Euro-Länder für Griechenland könnten sich nach einem unbestätigten Bericht des Magazins „Der Spiegel“ auf 20 bis 25 Mrd. Euro belaufen.

Immerhin müsste Deutschland davon „nur“ 1/5 zahlen, lt. Spiegel-Artikel. Na das zahlen wir ja mittlerweile aus der „Portokasse“. Aber das dürfte dann auch nur die erste von vielen Raten sein, siehe das schwarze Finanzloch namens Hypo Real Estate.

Quellen:

http://www.handelsblatt.com/politik/international/griechenland-krise-experten-fuerchten-domino-effekt;2533265

http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/0,1518,679222,00.html


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