Mit einer überraschenden Senkung des Leitzinses von 1,5 auf 1,25 Prozent ist der neue EZB-Präsident Mario Draghi mit einem Paukenschlag in seine Amtszeit gestartet.

Muss sich die Euro-Zone nun auf eine neue Geldpolitik der EZB gefasst machen? Mit der beschlossenen Zinssenkung um 0,25 Prozent ist Draghi auf jeden Fall eine Überraschung gelungen.

Die Kommentatoren in den Medien sehen darin aber weniger die Vorzeichen einer beginnenden inflationären Geldpolitik der EZB sondern eher einen mutigen Schritt zur rechten Zeit. Die Financal Times Deutschland schreibt:“Draghi hat sich von solchen vordergründigen taktischen Erwägungen nicht beeindrucken lassen – und das völlig zu Recht. Die Euro-Zone steht am Abgrund, im Griechenland-Chaos verlieren die Märkte endgültig das Vertrauen in die Politiker der Länder der Währungsunion, und die jüngsten makroökononischen Daten lassen eine Rezession in Euroland als realistisches Szenario erscheinen.“.

Mehr als bedenklich dagegen erscheint die Zinssenkung in Bezug auf die aktuelle Inflationsrate von 3 Prozent, die zuletzt für den Euro-Raum berechnet wurde. Das ist ein Prozent über der Zielvorgabe. Draghi gibt sich zwar überzeugt, dass 2012 die Teuerungsrate wieder unter 3 Prozent fallen dürfte. Das könnte durchaus passieren, sollten sich die zuletzt immer schlechteren Konjunktur-Prognosen für die Euro-Zone bewahrheiten. Dennoch fragt auch Telepolis skeptisch:Geldwertstabilität ade?.

Gleichzeitig weitet sich die Bilanzsumme der EZB von Woche zu Woche weiter aus, wie man den aktuellen Grafiken des Querschüsse-Blog entnehmen kann.

Quellen:
FTD: Bravo, Präsident Draghi!
Querschüsse: EZB: Woche für Woche mit Bilanzausweitung
Telepolis: Geldwertstabilität ade?


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