Seit heute öffneten in Zypern wieder die Banken, allerdings mit Einschränkungen wie Abhebelimit und Kapitalverkehrskontrollen. Angeblich blieb der befürchtete Massenansturm bisher aus. Hat jetzt trotzdem der Bankrun begonnen?

Panik ist ja eigentlich nie ein guter Ratgeber, aber der ausbleibende Ansturm auf die Bankfilialen überrascht dann doch. Als hätte man immer noch nichts aus dem Ganzen gelernt und vertraut darauf, dass es schon irgendwie weitergehen wird.

Oder haben die Berichte über 5 Milliarden Euro Bargeld, die angeblich noch schnell herangeschafft wurden, die Bevölkerung wieder etwas beruhigt?

Immerhin war es aber wohl so voll vor den Banken, dass man die Kunden nur in kleinen Gruppen hereingelassen hat, angeblich um „Tumulte“ zu vermeiden. Vor den Banken sollen Sicherheitsdienste postiert worden sein, die Polizei zeigt auf den Straßen Präsenz.

Warum so dringend 5 Milliarden Bargeld besorgt wurden, obwohl es doch ein Abhebelimit für die einfachen Bankkunden gibt und obwohl im euroäischen Teil der Insel gerade mal knapp 800.000 Einwohner leben, wäre auch noch zu klären.

Aber auch wenn jetzt nicht alle gleich panisch zu den Schaltern rennen, ist wohl trotzdem damit zu rechnen, dass jetzt einige Stück für Stück ihre übrig gebliebenen Guthaben von den Banken holen werden. Einmal für Ausgaben des täglichen Bedarfs, wo man sich sowieso die letzten Tage arg einschränken musste, aber auch um nicht noch einen Haircut seitens des Staates risikieren zu müssen.

Ein Bankrun kann auch längerfristig laufen. Dass die Zyprer jetzt mit Gewalt noch heute ihr gesamtes Geld von den Konten räumen werden, ungeachtet der Beschränkungen, damit war nun auch nicht zu rechnen.

Quellen:
N-TV: Harte Kontrollen, geheime Transporte – Zypern-Bankensturm bleibt aus
Handelsblatt: Wiedereröffnung der Banken – „Ich werde mein Konto leerräumen“


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